Gespräch mit einem/einer Seelsorger*in

Die Gepräche mit unseren Seelsorger*innen sind wegen der Abstands- und Hygienevorschriften nur noch telefonisch möglich:

Schwester Elisabeth Biela 0176/415 35108
Pastoralreferentin Katja Bruch 0171/ 227 6233
Schwester Leonie Hake 0157/555 54902
Gemeindereferent Heiko Paluch 0152 / 563 899 79
Pfarrer Ralf Schmitz 0151/538 31174

Gemeinsam helfen: Südpol, Schulsozialarbeit, Mattheiser Jugend, sredna

Vieles wird im Moment durch Nachbarschaftshilfe möglich gemacht.
Auch in Trier-Süd. Das finden wir großartig!
Gibt es darüber hinaus Hilfebedarf?
 

Hier ist unser gemeinsames Angebot in verschiedenen Bereichen von Südpol, Schulsozialarbeit und der Mattheiser Jugend. Meldet Euch!

 
 

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Lebenszeichen XXX : Tomáš Halík, Christentum in Zeiten der Krankheit

Unsere Welt ist krank.
Ich meine damit nicht nur die Pandemie des Coronavirus, sondern auch den
Zustand unserer Zivilisation.

Das globale Phänomen der Corona-Pandemie macht dies deutlich. Es ist, biblisch gesagt, ein Zeichen der Zeit. Viele von uns haben noch zu Beginn dieser ungewöhnlichen Fastenzeit gedacht, dass diese Epidemie zwar einen kurzfristigen Blackout verursache, eine Störung der gewöhnlichen Abläufe der Gesellschaft, dass wir aber alles irgendwie überstehen werden und dann bald wieder zum alten Modus zurückkehren könnten. Aber so wird es nicht kommen. Und es wäre schlecht, wenn wir uns darum bemühen würden. Nach dieser globalen Erfahrung wird die Welt nicht mehr die selbe sein wie vorher – und offensichtlich soll sie auch nicht mehr die selbe sein.

Es ist natürlich, dass wir uns in Zeiten einer Katastrophe zunächst für die
zum Überleben notwendigen materiellen Dinge interessieren. Aber es gilt
weiterhin: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“ Es ist nun an der Zeit,
auch die tieferen Zusammenhänge dieser Erschütterung der Sicherheiten
unserer Welt in den Blick zu nehmen. Der unausweichliche Prozess der
Globalisierung hat anscheinend seinen Höhepunkt erreicht: Jetzt zeigt sich
die globale Verwundbarkeit der globalisierten Welt.

Die Kirche als Feldlazarett
Welche Herausforderung stellt diese Situation für das Christentum, für die
Kirche – also einen der ersten „Global Player“ – und für die Theologie dar?
Die Kirche sollte so sein, wie sie Papst Franziskus haben möchte: „ein
Feldlazarett“. Der Papst meint mit dieser Metapher, dass die Kirche sich
nicht in der bequemen „splendid isolation“ von der Welt absondern sollte,
sondern über ihre Grenzen hinausgehen und denen helfen sollte, die
physisch, psychisch, sozial und geistlich verwundet werden. Dadurch kann
sie auch dafür Buße tun, dass auch ihre Repräsentanten noch bis vor kurzem
Verletzungen von Menschen zuließen, sogar der wehrlosesten.

Versuchen wir jedoch, diese Metapher weiter zu denken – und sie noch tiefer mit dem Leben zu konfrontieren. Wenn die Kirche ein „Lazarett“ sein soll, soll sie auf jeden Fall gesundheitliche, soziale und karitative Dienste anbieten, wie sie das seit Anbeginn ihrer Geschichte tat. Die Kirche soll jedoch wie ein gutes
Krankenhaus noch weitere Aufgaben erfüllen: die Diagnose („die Zeichen der
Zeit“ zu erkennen), die Prävention (Gesellschaften, in denen sich die
bösartigen Viren der Angst, des Hasses, des Populismus und des
Nationalismus verbreiten, zu immunisieren) und die Rekonvaleszenz (durch
die Vergebung die Traumata der Vergangenheit aufzulösen).

Leere Kirchen als Zeichen und Aufruf
Letztes Jahr brannte vor Ostern die Pariser Kathedrale Notre Dame nieder.
Dieses Jahr finden in der Fastenzeit in Hunderttausenden von Kirchen vieler
Kontinente – und auch in Synagogen und Moscheen – keine Gottesdienste
statt. Als Priester und Theologe denke ich über die leeren und
geschlossenen Kirchen nach. Ich sehe sie als ein Zeichen Gottes und als
eine Aufruf.
Die Sprache Gottes in den Ereignissen unserer Welt zu verstehen erfordert
die Kunst der geistigen Unterscheidung, und diese setzt eine kontemplative
Distanz zu unseren erregten Emotionen und Vorurteilen, zu den Projektionen
unserer Ängste und Wünsche voraus. In Momenten der Katastrophe werden
die „schlafenden Agenten eines bösen, rachsüchtigen Gottes“ lebendig; sie
verbreiten Angst und versuchen, religiöses Kapital für sich aus der Situation
herauszuschlagen. Ihre Vision von Gott ist schon seit Jahrhunderten Wasser
auf die Mühlen des Atheismus.
In Katastrophen-Zeiten suche ich nicht einen Gott, der wie ein zorniger
Regisseur sich hinter die Bühne unserer Welt gesetzt hat, sondern ich nehme
ihn als Kraftquelle wahr, die in denen wirkt, die in solchen Situationen eine
solidarische und aufopfernde Liebe erweisen – ja auch in denen, die dazu
keine „religiöse Motivation“ haben. Gott ist eine demütige und diskrete
Liebe.
Ich werde jedoch die Frage nicht los, ob die Zeit der leeren und
geschlossenen Kirchen für die Kirche nicht einen warnenden Blick durch das
Fernrohr in eine verhältnismäßig nahe Zukunft darstellt: So könnte das in ein
paar Jahren in einem Großteil unserer Welt aussehen. Sind wir denn nicht
genug gewarnt durch die Entwicklung in vielen Ländern, in denen sich die
Kirchen, Klöster und Priesterseminare immer weiter leerten und schlossen?
Warum machten wir für diese Entwicklung so lange äußere Einflüsse („den
Tsunami des Säkularismus“) verantwortlich und wollten nicht zur Kenntnis
nehmen, dass ein weiteres Kapitel der Geschichte des Christentums zu Ende
geht, und es daher notwendig ist, sich auf das nächste vorzubereiten?

Vielleicht zeigt diese Zeit der leeren Kirchen den Kirchen symbolisch ihre
verborgene Leere und eine mögliche Zukunft auf, die eintreten könnte, wenn
die Kirchen nicht ernsthaft versuchen, der Welt eine ganz andere Gestalt des
Christentums zu präsentieren. Zu sehr waren wir darauf bedacht, dass die
„Welt“ (die anderen) umkehren müsste, als dass wir an unsere eigene
„Umkehr“ gedacht hätten – nicht nur an eine „Verbesserung“, sondern an die
Wende vom statischen „Christ sein“ zum dynamischen „Christ werden“.

Als im Mittelalter die Kirche die Strafe des Interdikts im Übermaß verhängte
und in Folge dieses „Generalstreiks“ des gesamten kirchlichen Apparats in
vielen Regionen keine Gottesdienste stattfanden und keine Sakramente
gespendet wurden, begannen die Menschen, eine persönliche Beziehung zu
Gott, den „nackten Glauben“, zu suchen – Laien-Bruderschaften und die
Mystik erlebten einen großen Aufschwung. Dieser Aufschwung der Mystik
hat bestimmt zur Entstehung der Reformationen beigetragen, sowohl der
von Luther, als auch der von Calvin, als auch der katholischen Reformation,
die mit den Jesuiten und der spanischen Mystik verbunden war. Vielleicht
könnte auch heute die Wiederentdeckung der Kontemplation die „synodalen
Wege“ zu einem neuen Reformkonzil ergänzen.

Aufruf zu einer Reform
Vielleicht sollen wir das jetzige Fasten von den Gottesdiensten und vom
kirchlichen Betrieb als einen kairos annehmen, als eine Zeit der Gelegenheit
zum Innehalten und zu einem gründlichen Nachdenken vor Gott und mit
Gott. Ich bin überzeugt, dass die Zeit gekommen ist, in der man überlegen
sollte, wie man auf dem Weg der Reform weitergehen will, von deren
Notwendigkeit Papst Franziskus spricht: weder Versuche einer Rückkehr in
eine Welt, die es nicht mehr gibt, noch ein Sich-Verlassen auf bloße äußere
Reformen von Strukturen, sondern eine Wende hin zum Kern des
Evangeliums, ein „Weg in die Tiefe“.

Ich sehe keine glückliche Lösung darin, dass wir uns während des Verbots
öffentlicher Gottesdienste allzu schnell mit künstlichen Ersatzmitteln in Form
von Fernsehübertragungen von Heiligen Messen behelfen. Eine Wende hin
zu einer „virtuellen Frömmigkeit“, zum „Mahl aus der Ferne“ und das Knien
vor dem Bildschirm ist in der Tat eine seltsame Sache. Vielleicht sollen wir
eher die Wahrheit des Wortes Jesu erleben: „Wo zwei oder drei in meinem
Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“

Haben wir denn wirklich gedacht, dass wir den Mangel an Priestern in
Europa mit dem Import von „Ersatzteilen“ aus den scheinbar
unergründlichen Lagern in Polen, Asien und Afrika ausgleichen könnten, um
die Maschinerie der Kirche am Laufen zu halten? Sicher sollen wir die
Impulse der Amazonas-Synode ernst nehmen, aber gleichzeitig einen
größeren Raum für den Dienst der Laien in der Kirche schaffen; vergessen
wir nicht, dass die Kirche in vielen Gebieten ganze Jahrhunderte ohne
Priester überstand.

Vielleicht ist dieser „Ausnahmezustand“ nur ein Hinweis auf eine neue Form
der Kirche, von der es jedoch bereits in der Geschichte Präzedenzfälle gab.
Ich bin davon überzeugt, dass sich unsere christlichen Kommunitäten,
Pfarreien, Kollegien, kirchliche Bewegungen und Ordenskommunitäten dem
Ideal annähern sollten, aus dem die europäischen Universitäten entstanden
sind: eine Gemeinschaft von Schülern und Lehrern zu sein, eine Schule der
Weisheit, in der die Wahrheit durch freie Disputation und durch tiefe
Kontemplation gesucht wird. Aus solchen Inseln der Spiritualität und des
Dialogs kann eine genesende Kraft für die kranke Welt hervorgehen.

Kardinal Bergoglio zitierte einen Tag vor seiner Wahl zum Papst eine Aussage
aus der Apokalypse: Christus steht an der Tür und klopft an. Er fügte hinzu:
Heute klopft jedoch Christus aus dem Inneren der Kirche an und will hinaus
gehen. Vielleicht hat er das gerade getan.

Wo ist das Galiläa unserer Zeit?
Schon viele Jahre denke ich über den bekannten Text Friedrich Nietzsches
über den „tollen Menschen“ nach (einem Narr, dem einzigen, dem es erlaubt
ist, die Wahrheit zu sagen), der den „Tod Gottes“ verkündet. Das Kapitel
endet damit, dass jener „tolle Mensch“ in die Kirchen ging, um dort das
„Requiem aeternam Deo“ anzustimmen und fragte: „Was sind denn diese
Kirchen noch, wenn sie nicht die Gräber und die Grabmäler Gottes sind?“
Ich gestehe ein, dass mich schon lange verschiedene Formen der Kirche an
kühle und prachtvolle Grabmale eines toten Gottes erinnern.

Dieses Jahr an Ostern werden wahrscheinlich viele unsere Kirchen leer sein.
An irgendeinem anderen Ort werden wir das Evangelium vom leeren Grab
vortragen. Wenn uns die Leere der Kirche an ein leeres Grab erinnern wird,
sollten wir nicht die Stimme von oben überhören: „Er ist nicht hier. Er ist
auferstanden. Er geht euch voraus nach Galiläa.“

Die Anregung zur Meditation für dieses seltsame Ostern lautet: Wo ist dieses
Galiläa von heute, wo können wir dem lebendigen Christus begegnen?
Soziologische Studien sagen uns, dass in unserer Welt die „Beheimateten“
weniger werden (und zwar sowohl diejenigen Menschen, die sich völlig mit
einer traditionellen Form von Religion identifizieren als auch die Anhänger
eines dogmatischen Atheismus) und die „Suchenden“ mehr werden. Darüber
hinaus steigt jedoch die Anzahl der „Apatheisten“ – Menschen, die sowohl
religiöse Fragen als auch traditionelle Antworten gleichgültig lassen.

Die Hauptlinie der Aufteilung läuft nicht mehr zwischen denjenigen, die sich
für Gläubige halten und denjenigen, die sich für Ungläubige halten.
„Suchende“ gibt es sowohl unter den Gläubigen (das sind diejenigen, für die
der Glaube nicht ein „ererbtes Eigentum“ ist, sondern eher „ein Weg“), als
auch unter den „Ungläubigen“, die religiöse Vorstellungen ablehnen, die
ihnen ihre Umgebung vorlegt, die jedoch trotzdem die Sehnsucht nach einer
Quelle spüren, die ihren Durst nach dem Sinn stillen könnte.
Ich bin davon überzeugt, dass dieses „Galiläa von heute“, wohin man gehen
soll, um den Gott zu suchen, der durch den Tod hindurch ging, die Welt der
Suchenden ist.

Die Suche nach Christus bei den Suchenden
Die Befreiungstheologie lehrte uns, Christus bei den Menschen am Rande
der Gesellschaft zu suchen; es ist jedoch notwendig, ihn auch bei den
Menschen zu suchen, die in der Kirche marginalisiert sind; bei denen, die
„nicht mit uns gehen“. Wenn wir als Jünger Jesu dort eintreten wollen,
müssen wir zunächst viele Dinge ablegen.

Wir müssen unsere bisherigen Vorstellungen von Christus ablegen. Der
Auferstandene ist durch die Erfahrung des Todes radikal verändert. Wie wir in
den Evangelien lesen, konnten ihn nicht einmal seine Nächsten und Liebsten
erkennen. Wir müssen nicht gleich alles glauben, was uns berichtet wird. Wir
können darauf bestehen, dass wir seine Wunden berühren wollen. Wo
begegnen wir ihm heute übrigens mit größerer Gewissheit, wenn nicht
gerade in den Wunden der Welt und in den Wunden der Kirche, in den
Wunden des Körpers, die er auf sich genommen hat?

Wir müssen unsere proselytischen Absichten ablegen. Wir dürfen deshalb in
die Welt der Suchenden nicht eintreten, um diese schnellstmöglich zu
„bekehren“ und sie in die bestehenden institutionellen und mentalen Grenzen
unserer Kirchen einzuengen Auch Jesus, der „die verlorenen Schafe des
Hauses Israel“ suchte, führte diese nicht in die bestehenden Strukturen der
damaligen jüdischen Religion hinein. Er wusste, dass man neuen Wein in
neue Schläuche einfüllen muss.

Wir wollen aus dem Schatz der Tradition, die uns anvertraut wurde, sowohl
neue als auch alte Sachen herausholen, um sie zum Bestandteil des
Dialoges mit den Suchenden zu machen; eines Dialoges, in dem wir
voneinander lernen können und sollen. Wir sollen lernen, die Grenzen
unseres Verständnisses von Kirche radikal zu erweitern.
Es reicht nicht mehr aus, dass wir im Tempel der Kirche den „Vorhof für die Heiden“ großzügig öffnen. Der Herr hat bereits „von innen“ angeklopft und er ist bereits hinausgegangen – und es ist unsere Aufgabe, ihn zu suchen und ihm zu folgen. Christus ist durch jene Tür hindurch gegangen, die wir aus Angst vor
den anderen verschlossen hatten, er ging durch die Wand, hinter der wir uns
verschanzten, er öffnet uns einen Raum, vor dessen Breite und Tiefe uns
schwindelig wurde.

Gleich zu Beginn ihrer Geschichte erlebte die junge Kirche aus Juden und
Heiden die Zerstörung des Tempels, in dem Jesus gebetet und seine Jünger
gelehrt hatte. Die damaligen Juden fanden darauf eine mutige und kreative
Antwort: Den Altar des zerstörten Tempels ersetzte der Tisch der jüdischen
Familie, die Opferbestimmungen wurden durch die Bestimmungen zum
privaten oder gemeinsamen Gebetes ersetzt, die Brandopfer und die
blutigen Opfer wurden ersetzt durch die Opfer der Lippen, der Gedanken
und des Herzens, das Gebet und das Studium der Schrift. Ungefähr zur
selben Zeit suchte das junge Christentum, das man aus den Synagogen
vertrieb, seine neue Identität. Juden und Christen lernten, auf den Ruinen der
Traditionen das Gesetz und die Propheten neu zu lesen und auszulegen.
Sind wir in unserer heutigen Zeit nicht in einer ähnlichen Situation?

Gott in allen Dingen
Als an der Schwelle des fünften Jahrhunderts Rom fiel, hatten viele eine
schnelle Erklärung parat: Für die Heiden war der Fall Roms die Strafe der
Götter für die Annahme des Christentums, und für die Christen war sein Fall
die Strafe Gottes für ein Rom, das noch nicht aufgehört hatte, die Hure
Babylon zu sein. Der heilige Augustinus lehnte beide Auslegungen ab: In
dieser Umbruchszeit entwickelte er seine Theologie des ewigen Kampfes der
beiden „Reiche“ (civitates): nicht der Christen und der Heiden, sondern der
beiden „Lieben“, die im menschlichen Herzen wohnen: der Selbstliebe, der
die Transzendenz verschlossen bleibt (amor sui usque ad contemptum Dei)
und der Liebe, die sich hingibt und dadurch Gott findet (amor Dei usque ad
contemptum sui). Ruft nicht diese Zeit der Zivilisationsveränderungen nach
einer neuen Theologie der gegenwärtigen Geschichte und nach einem neuen
Verständnis von Kirche?

„Wir wissen, wo die Kirche ist, aber wir wissen nicht, wo sie nicht ist“, lehrte
der orthodoxe Theologe Evdokimov. Vielleicht sollen die Worte über die
Katholizität und den Ökumenismus, die vom letzten Konzil ausgesprochen
wurden, einen neuen und tieferen Inhalt bekommen: Es ist die Zeit
gekommen für einen breiteren und tieferen Ökumenismus, für ein mutigeres
„Suchen Gottes in allen Dingen“.

Diese Fastenzeit der leeren und schweigenden Kirchen können wir entweder
nur als ein kurzes Provisorium annehmen, das wir dann bald vergessen
werden. Wir können sie jedoch auch als kairos annehmen – als eine Zeit der
Gelegenheit „in die Tiefen hinabzusteigen“ und eine neue Identität des
Christentums in einer Welt zu suchen, die sich vor unseren Augen radikal
verwandelt. Die gegenwärtige Pandemie ist sicher nicht die einzige globale
Bedrohung, die unsere Welt begegnet und noch begegnen wird.
Nehmen wir die kommende österliche Zeit als Aufruf zu einem neuen Suchen
von Christus an. Suchen wir nicht den Lebenden unter den Toten. Suchen
wir ihn mutig und ausdauernd und lassen wir uns nicht dadurch verwirren,
dass er uns wie ein Fremder erscheinen mag. Wir werden ihn erkennen an
seinen Wunden, an seiner Stimme, wenn er uns vertraut anspricht, an
seinem Geist, der den Frieden bringt und die Angst vertreibt.

Tomáš Halík (Jahrgang 1948) ist Professor für Soziologie an der Karls-
Universität in Prag, Präsident der Tschechischen Christlichen Akademie und
Pfarrer der Akademischen Gemeinde Prag. In der Zeit der Kommunismus
wirkte er in der „Untergrundkirche“. Er ist Träger des Tempelton-Preises und
Ehrendoktor der Universität Oxford.
Aus dem Tschechischen übersetzt von Markéta Barth, Radolfzell.
MFThK, 2.4.20. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Verfasssers.

Lebenszeichen 28 – Salbung in Bethanien – von Pfarrerin Daniela Eichhorn, Bethel

In den vergangenen Jahren haben wir am Mittwoch vor Gründonnerstag in der Herz-Jesu-Kirche die Heiligen Öle ausgeteilt, die der Bischof morgens in der Chrisammesse geweiht hat. Dabei haben wir den Text gehört von der Frau in Bethanien, die Jesus salbte.
Gedanken von Pfarrerin Daniela Eichhorn haben uns dazu erreicht. Daniela Eichhorn ist evangelische Geistliche Begleiterin der ARCHE Deutschland-Österreich. Sie war schon oft in der Herz-Jesu-Kirche zu Gast, bei der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 und bei verschiedenen Besuch danach.

Hier ihre Gedanken.

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Ge-meinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen.  „Lebenszeichen 28 – Salbung in Bethanien – von Pfarrerin Daniela Eichhorn, Bethel“ weiterlesen

Lebenzeichen 28: Wir bleiben laut! – aus Würzburg

 

Wir bleiben laut – singen kleine und große Musiker*innen aus Würzburg. Freunde der Herz-Jesu-Kirche haben dieses Video geschickt. Sie haben uns damals den ersten Entwurf der Umstellung der Kirchenbänke gemacht, nach einer Idee aus der Würzburger Augustinerkirche. Danke für dieses tolle Oster-Lied: Bleibt laut. You can’t shut down music!

Lebenszeichen 26: O vos omnes – mit Portavoci

Euch sage ich allen, die ihr vorübergeht; Schauet doch und sehet, ob irgend ein Schmerz sei wie mein Schmerz, der mich getroffen hat; denn der HERR hat mich voll Jammers gemacht am Tage seines grimmigen Zorns.
nach Klagelieder 1,12

O vos omnes
ist ein Antwortvers, der in den Gottesdiensten der Karwoche gesungen wird, besonders als Antwortengesang in den Trauermetten.
Heute wird dieser Vers oft als Motette gesungen.

Portavoci-Konzert in Oberemmel – von Urusla und Hans-Peter Ternes

Lebenszeichen 25: kreuz_weg für die fastenzeit 2020 – zuhause zu beten…

Sie sind beim Kreuzweg 2020 in der Herz-Jesu-Kirche angekommen.
Eine Gruppe hatte ein Projekt für die sredna_fastenzeit geplant und begonnen: an 5 Samstagen sollten je zwei Kreuzwegstationen betrachtet werden. Anschließend war ein Frühstück geplant – mit Speisen, die aus den Pflanzen und Kräutern zubereitet wurden, die an den Stationen zu sehen sind.
Das war durch die Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus nicht möglich. Stattdessen laden wir Sie ein, die 14 Stationen zu betrachten – mit uns zu singen und zu beten.
Herzlichen Dank an das Team, das in Windeseile, ohne Probe, die einzelnen Beiträge aufgenommen hat.
Technische Schwächen bitten wir zu übersehen und zu überhören!

1. Station: Jesus wird zum tode verurteilt

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