.früh_stück

samstags, 8.30 – 10.00

Eine Jesus-Geschichte „stück_für_stück“  – Johannes 21,1- 14
Lied – Gebet – Schrift – Impuls/ Stille/ Gespräch – Lied

ein Frühstück aus unterschiedlichen Kulturen….

Abschluss
Vaterunser – Segenswort – Lied

14.04. 
„Ein Morgen am See“ (Joh 21,1-2)

mit Prof. Hans-Georg Gradl – bayerisches Frühstück

Schrift
1 Danach offenbarte sich Jesus wieder den Jüngern
am Meer von Tiberias;
er offenbarte sich aber so.
2 Es waren zusammen Simon Petros
und Thomas, der Didymos (Zwilling) genannt wird,
und Nathanael, der von Kana in Galiläa war,
und die Söhne des Zebedäus
und zwei andere von seinen Jüngern.

Impuls
                  –    Wir befinden uns im 21. Kapitel des Johannesevangeliums: ziemlich ungewöhnlich, denn eigentlich hört das Evangelium nach Johannes mit Kapitel 20 auf. Das 21. Kapitel wurde später hinzugefügt. Eigentlich ist mit Joh 20,31 alles gesagt, wenn es dort heißt: Das wurde alles aufgeschrieben, damit ihr glaubt…“
                   Oder ist damit doch noch nicht alles gesagt? Ich finde das stark: Das Evangelium hört nicht auf, nein, kaum ist man mit dem Schreiben fertig, geht es weiter, muss man ein neues Kapitel eröffnen. Dieser Jesus, die Begegnungen mit ihm, die Erfahrungen mit ihm, die lassen sich nicht abschließen, die fangen immer wieder neu an. Auf 20 folgt 21…
                   Das 21. Kapitel baut uns eine Brücke: Jesus wandert aus dem Evangelium hinaus und hinein in die Geschichte, an den See von Tiberias und weiter. Das 21. Kapitel sagt: Schließ in Sachen Glaubenserfahrung niemals ab, die Offenbarung geht weiter, wandert in den Alltag, in die Berufe, an die Netze, an einen ganz anderen Ort.
              –    Das wird auch deutlich durch die einfache Zeitangabe: „Danach“. Geht’s nicht etwas genauer, möchte man Johannes fragen!? Die unbestimmte Zeitangabe aber macht doch gerade deutlich, dass es nicht um irgendeinen präzisen, einmaligen Punkt geht. „Danach“ kann und soll „alles“ oder „immer“ heißen, eine x-beliebige Zeit. „Danach“ spannt einen großen zeitlichen Bogen – wieder bis zu uns, jetzt, hier um 8.40 Uhr Ortszeit Trier, Herz Jesu, Sredna…
              –    Schön auch, dass es nicht um eine exorbitante „Vision“ oder „Erscheinung“ Jesu geht. Ein Hollywood-Regisseur hätte vermutlich keine Freude daran. Jesus ist einfach nur da: keine Blitze, kein Zucken, kein Beben… Ist das im Leben nicht oft so: Unerkannt steht er dir auf einmal zur Seite, ohne Paukenschlag, still und heimlich betritt er das Ufer unserer Tage, unserer Aufgaben…
              –    Wer mitgezählt hat, dem dürfte schon etwas dämmern: Es sind nämlich just 7 Jünger, die da genannt werden (und im Johannesevangelium ist nichts, zumal nicht Zahlen, einfach Zufall).
                   „Sieben“ ist die Zahl der Fülle (7 Wochentage, 7 Sakramente, 7 Tugenden, 7 Geistesgaben). „Sieben“ steht für das Ganze, hier repräsentieren die „Sieben“ alle Jüngerinnen und Jünger, überzeitlich, ganz generell.
              –    Johannes ist bemüht, die Identifikation zu erleichtern: Die namentlich genannten Jünger weisen ins Evangelium zurück – die einen treten am Anfang auf (Petrus und Nathanael), der andere am Schluss (Thomas). Sie verkörpern auch unterschiedliche Erfahrungen und Haltungen: grübelnd, hitzig, zweifelnd… Und wenn sich jemand noch nicht angesprochen fühlt, noch nicht darin entdecken kann, lässt Johannes auch namenlose Platzhalter auftreten: namenlose Jünger, ihnen kannst Du deinen eigenen Namen geben…
              –    Diese zwei einleitenden Verse haben vor allen Dingen ein Ziel: Der Leser soll ja nicht meinen, da nur eine gewesene Geschichte vor sich zu haben – „aha, so war das…“. Das wäre ganz falsch. Johannes ist bemüht, die Szene so überzeitlich wie möglich zu gestalten (durch den Ort, die Zeit, die Jünger…). Nicht „so war das“, sondern „so ist das“ lautet die Überschrift.
                   Und das wäre auch mein Ziel: Sie bleiben ja noch einige Wochen über dem Text. Aber vergessen Sie diesen Anfang nicht: Es geht nicht um Geschichte, sondern um ihre Gegenwart; nicht um die Jünger von einst, sondern die Jüngerinnen und Jünger von heute. Dieses 21. Kapitel ist wie eine leere Seite am Ende des Evangeliums, ein Hinweis, dass die Geschichte weitergeht, weitergeschrieben werden muss und kann… mit ihrer Tinte, in ihrem Alltag, durch ihre Erfahrungen…
                   Das verträgt sich gut auch mit dem, was Albert Schweitzer einmal zu dieser Textstelle schreibt:
                   „Als ein Unbekannter und Namenloser kommt er zu uns, wie er am Gestade des Sees an jene Männer, die nicht wussten, wer er war, herantrat. Er sagt dasselbe Wort: Du aber folge mir nach! Und stellt uns vor die Aufgaben, die er in unserer Zeit lösen muss. Er gebietet. Und denjenigen, welche ihm gehorchen, Weisen und Unweisen, wird er sich offenbaren in dem, was sie in seiner Gemeinschaft an Frieden, Wirken, Kämpfen und Leiden erleben dürfen, und als ein unaussprechliches Geheimnis werden sie erfahren, wer er ist.“
Hier das ganze Morgengebet zum Nachlesen

Fortsetzung folgt…..

21.04.
„Leere Netze“ (Joh 21,3-4)

Impuls von Natalie Bauer – mit afrikanischem Frühstück

28.04.
„Noch einmal“ (Joh 21,5-6)
– amerikanisches Frühstück

05.05.
„Der Sprung ins Wasser“ (Joh 21,7)
– mediterranes Frühstück

12.05.
„Brot & Fisch und nochmal Fisch“ (Joh 21,8-10)
– schwedisches Frühstück

19.05.
„Zum Zerreißen voll“ (Joh 21,11)
– russisches Frühstück

26.05.
„Messe am Strand“ (Joh 21,12-13)
– iranisches Frühstück

02.06.
„Schon das dritte Mal“ (Joh 21,14)
– französisches Frühstück

09.06.
Finale: „Ein Morgen am See“ (Joh 21,1-14)
– biblisches Frühstück

 

Bildergalerie

14.04.  Ein Morgen am See – und ein bayerisches Frühstück…

Weißwürscht und Senf hat Professor Gradl aus seiner oberpfälzischen Heimat eigens mitgebracht. Idee und der Rest der Speisen natürlich aus dem hause Weiland.

Hier erklärt der Oberpfälzer, wie man die Weißwurscht richtig „pellingt“ oder „zuselt“…

 

 

 

2 Antworten auf „.früh_stück“

  1. Ich kann mir sehr gut vorstellen, ein Morgengebet oder auch sredna LUNCHEN inhaltlich zu gestalten und auch die Verantwortung dafür zu übernehmen.

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