Christmette am Heiligen Abend – 24. Dezember

Anbetung ist die Haltung,
die uns retten kann vor der Verdinglichung des Lebens und der Welt.
Anbetung – will nichts,
sie fordert nichts,

sie behauptet nichts,
sie ist zweckfrei.

Anbetung lässt Gott Gott sein,
und das macht uns eben nicht zu Gott, zu Göttern,
sondern zu Menschen!
… lassen Sie sich also stören –

zu Weihnachten, und das ganze Jahr hindurch,
auch hier in Herz-Jesu;
heute und in der „.sredna-Zeit“ von Ostern bis zum Herz-Jesu-Fest.
Lassen Sie sich anrühren und beten Sie Gott an!
Es wird Ihnen gut tun!
In diesem Sinn: Un-gemütlicheWeihnachten!
(aus der Weihnachtspredigt)

Hier ein paar Eindrücke vor dem Beginn der Christmette:

Hier die Texte aus der Christmette zum Nachlesen

Hier eine Aufnahme vom Schlusslied „O du fröhliche“. Die schlechte Gesangsqualität bitten wir zu entschuldigen…. Unsere Kirchenmusikerin Jutta Thommes nannte sie immerhin „herzerfrischend“ und „vollen Inbrunst“…

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Gottesdienst zum 4. Advent mit 9 Lesungen und Liedern – am 23. Dezember

    
Rorate coeli desuper,
et pluant justum.
Ihr Himmel, tauet den Gerechten,
Ihr Wolken, regnet ihn herab!
Unter diesen Worten steht der 4. Adventssonntag,
der in diesem Jahr auch gleichzeitig der Heilige Abend ist.
Ich begrüße Sie herzlich,
besonders die Mattheiser Spätlese und die Mattheiser Singflut, die heute Abend den Gottesdienst mit uns gestalten.
9 Lesungen aus den Schriften des Alten und des Neuen Bundes  zeigen uns den Weg des Heiles an,
den Gott mit uns Menschen gegangen ist.
In 9 Lieder antworten wir darauf, mal der eine Chor, mal der andere, mal wir gemeinsam als Gemeinde.
9 Kerzen werden angezündet, weil es durch das Wort Gottes hell wird – in unserer Welt und Zeit.
Dieser Gottesdienst ist in der Anglikanischen Tradition enstanden.
Er prägt dort den Heiligen Abend und greift in den Evangelientexten schon die Menschwerdung Gottes auf.
Er spannt den Bogen der Heilsgeschichte –
Vom Anfang der Welt, als Gott sprach:
„Es werde Licht!“
bis hin zu dem Tag, als sich die Zeit erfüllte –
und Gott seinen Sohn sandte.

Unsere Texte bleiben adventlich –
sie sind voller Verheißung und voller Andeutung
über die nahende Ankunft unseres Retters.

Ihr Himmel, tauet den Gerechten!
Ihr Wolken regnet ihn herab!
Tu dich auf, o Erde!
Sprosse den Heiland hervor!

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Weihnachten und Jahreswechsel in Herz Jesu

4. Advent
Samstag, 23. Dezember 2017
16.30 (!) Eucharistiefeier mit 9 Lesungen und Liedern („Carol Service“)
mit „Singflut“ und  „Mattheiser Spätlese“

WEIHNACHTEN – Heiligabend
Sonntag, 24. Dezember 2017

16.00 Uhr Musikalische Einstimmung
(mit Christoph Riemenschneider, Flöte und Farid & Bahare)
16.30 Uhr Christmette

WEIHNACHTEN -Hl. Stephanus
Dienstag, 26. Dezember 2017


17.00 Uhr Inklusive Messe in Lautsprache und Gebärdensprache
mit Taufe von iranischen Taufbewerbern
anschließend Begegnung „Unter der Empore“

SYLVESTER
Sonntag, 31. Dezember 2017

23.00 Uhr Orgelmusik zum Jahreswechsel
mit Jutta Thommes
anschließend Begegnung „Unter der Empore“

NEUJAHR
Montag, 1. Januar 2018 

17.00 Uhr Eucharistiefeier zum Jahresbeginn
anschließend Begegnung „Unter der Empore“

St. Barbara – Herz Jesu. Geschichte von Barbeln (von Heinrich Herrig)

aus: Neues Trierisches Jahrbuch 1968, S.37-45, Heinrich Herrig (*1885)
St Barbara vor der Jahrhundertwende

Noch war das kleine Schiffer- und Fischerdorf Barbeln Vorort von Trier, als ich ins Lebe trat. In der Dorf- oder Uferstraße nahe der „Schulgaaß“, der untersten Nikolausstraße,  stand mein Geburtshaus, da drei Eigentümer hatte. Ich sehe mich noch auf der halbrunden Steintreppe, wie sie den meisten Häusern dort eigen waren; neben ihr sitzt bei schönem Wetter auf einem Prellstein mein ältester Freund und wartet auf mich, der Senior des Hauses, Fischer Johann Marx, der sich nnr auf Krücken fortbewegen konnte. Ich war sein „Riggesjen“ (Verkleineruog zu Rickes, Heinrich). Vom Fenster  aus sah ich Michael Prem mit seinem weißen Spitzbart und der Zipfelmütze; noch mit 90 Jahren hantierte er mit Fahrstange und Fischernetz. Er und Johann Marx stannnten aus der entlegenen Zeit, da Trier unter französischer Herrschaft stand.
Mein Vater war gelernter Nagelschmied, doch ein paar Jahre nach seiner Lehrzeit kam er znr Eisenbahnwerkstätte  in Karthaus, wo er über 30 Jahre tätig gewesen ist. In der Werkstatt seines Lehrherrn Wilhelm Prem sah ich als dem Hund Alli zu, der mit seinen Krallen das Rad in Bewegung setzte und mit ihm den Blasebalg. Die Nagelschmiede waren den Barbeluser Schiffbauern unentbehrlich.

Als Nagelschmied stand auch mein Großvater von Mutterseite bis ins Greisenalter an Amboß und Esse. Sein Haus, etwas erhöht am Altbach und gegen Hochwasser ziemlich geschützt, bot uns nach einigen Jahren ein neues Heim. Neueruogen machten Rad und Hund entbehrlich, ein großes Eisenwerk trat als Abnehmer hinzu, doch der Nagel­schmied mußte der Neuzeit weichen. 1875 gab es ihrer in Barbeln 5, 1906 nur noch einen.

Kaum, daß wir aus den ersten Höschen waren, zogen die Barbelser Gewässer uns an, Altbach und Mosel. Rechts und links des Altbachs, an Wiesen und Weiden, war unser liebster Aufenthalt. An Gesellschaft fehlte es nicht. Ein großes, geräumiges Haus, dem Altbach am nächsten gelegen, beherbergte einige Jahre allein 31 Kinder! Bitte, nicht erschrecken! Es waren gute Familien, fleißig, lebten in Ordnung und wurden niemandem lästig. über den Altbach, der noch keine feststehende Brücke hatte, marschierten Soldaten mit Gewehren und Schießscheiben zu den Mattheiser Schieß­ ständen. Bei günstigem Wasserstand zogen Halfen mit Pferden Schiffe moselaufwärts.

Dampfschiffe lösten Halfen und Pferde ab. Wie das Wasser dann aufgewühlt wnrde! Wellen warfen kleine Fische, Danielcher genannt, ans Land, die wir in einen Eimer auflasen, das gab Fischsalat Eine Waschfrau im vorgeschrittenen Alter sagte: „In unserer Jugend gab es auch noch Krebse.“ – Eine Quelle auf der Wiese, in Stein gefaßt, bot gutes Trinkwasser, auf sie waren die nächsten Häuser angewiesen. Wrr Knaben saßen hier und machten aus Weiden Maihappen (Maipfeifen). Im Spätsommer lösten uns die Berufsinteressenten ab, Korbmacher, sie schnitten die Weiden zu ihrer Verwendung. Kleinvieh wurde gehalten. Das Moselufer bot reichlich Futter, auf das kein Eigen­tümer Anspruch machte. Wer eine Ziege zu beaufsichtigen hatte, band sie an einen Pfahl, um seinen Spielen freier nachgehen zu können.

Moselabwärts, in der Nähe der Dorfstraße, begegnen wir Adam Gillen, einem gesunden, kräftigen Mann in den besten Jahren. Bei Schwimmfesten sprang er gegen eine bescheidene Vergütung von der Moselbrücke in die Tiefe, was viele Zuschauer anlockte und dem Feste eine besondere Note gab. Dampf- und Handbaggermaschinen  sind in Bewegung. Über ein Jahrzehnt halten ständig zwei Schiffe am Ufer, dem „Reichen Rickes“ gehörend, bei allen Schiffsleuten an Mosel, Saar und Rhein unter diesem Namen bekannt. Später erfahren wir von dem Bankkrach Wagner und Schömann (um 1880), der sein Vermögen um 40 000 Mark schmälerte. Schade! Er war mein Pätter.

Auch im Winter ließ uns die Mosel nicht los. Der Frost forrnte das Wasser zur stabilen Eisfläche, und gefahrlos konnte den Winterfreuden gehuldigt werden. In der Schule sangen wir: „Der Winter ist ein kalter Christ mit scharfem Eiseszahn; doch wenn man warm gekleidet ist, stört man sich wenig dran.“ –

Märzsonne brachte das Eis zum Bersten, es kam in Bewegung, türrnte sich auf, fiel krachend nieder, und der Eisgang nahm seinen Lauf. Soldaten auf der Brücke schossen in das sich stauende Eis, um einen glatten Ablauf zu ermöglichen. Die Verankerung von zwei Schiffen am Barbaraufer gab nach, die Schiffe trieben ab und konnten kurz vor der Brücke wieder befestigt werden. Der Eisgang dauerte die ganze Nacht bis zum folgenden Tag. Das Wasser stieg und wälzte einen mächtigen Eisblock auf die Wiese am Altbach, der mehrere Wochen seinen Platz behauptete. – Daß man als über das Eis nach Euren zum Ewigen Gebet gehen konnte, ist mir noch gut erinnerlich. Um 1930 ist unsere Familie einmal über die zugefrorene Mosel bis Schloß Monaise spazieren­ gegangen. Beim Brand von Monaise- wann war es noch?- ist die Konz-Karthäuser  Feuerwehr übers Eis zum Löschen gefahren.

Ein altes Wort sagt, der Trierer habe jedes Jahr drei besondere Ereignisse zu erwarten: die Peters­messe, die letzte (Gebets-)Stunde in seiner Pfarrei und das Hochwasser. St. Barbara, tief gelegen, hatte zweimal im Jahr mit Hochwasser zu rechnen, im Frühjahr und im Spätherbst. Mit dieser Visite wurden die Schiffbauer besonders belastet. Schiffe, die noch auf Unterbau ruhen, werden stark verankert, und alles Schwillunfähige wird in Sicherheit gebracht. Schiffe und Nachen sind unter Kontrolle, mit dem Steigen des Wassers wechseln sie ihren Stand. Wohnungen werden geräumt, Möbel wandern auf den Speicher, zwei Bretter kommen quer auf den Fußboden, mit Steinen beschwert, damit er sich nicht löst. Bretter und Steine sind für diesen Zweck stets bereit.

Leute in den bedrohten Wohnungen gingen einfach eine Treppe höher, wo sie Aufnahme fanden. So war es stets Brauch. Männer mit Nachen fuhren durch die Straßen, versorgten die Leute, die ihre Wohnung nicht verlassen konnten, mit allem, was sie brauchten. Häuser, die leicht vom Hochwasser bedroht waren, hatten einen Notausgang zum Ädergäßchen (Achtergäßchen, Hintergäßchen), das zur Friedrich-Wilhelm-Straße  führte. Auch hatten manche Häuser einen höheren Unterbau, so daß das Wasser nur in den Keller, weniger aber in die Wohnungen dringen konnte. Hatte das Hochwasser seine Visite beendet, mußte die Wohnung lange gut geheizt werden, um wieder wohnlich zu sein.

Unsere Dorfstraße, St.-Barbara-Ufer, reichte in geschlossener Hausreihe von der Südallee bis zur Kirch-, später Kapellenstraße* (natürlich unterbrochen von den Querstraßen) (*heute Saarbrücker Straße). Bis zum Altbach folgten als Ausläufer noch fünf Einfamilienhäuser, zum Teil mit um­ mauerten Gärten (Rosbachs- und Wolfsgarten). Von der Gilbert- bis zur Kapellenstraße zählte man 30 Häuser, davon waren: 7 dreistöckig,  16 zweistöckig und 7 einstöckig. Drei Häuser (30, 31, 32), von großen vorstehenden Häusern versteckt, bildeten einen Wohnwinkel, den man von der Straße aus kaum wahrnalun. Auch das ,,Ädergäßchen“ hatte zwei kuriose Wohnwinkel, nur Vertrauten bekannt. Neben dem Hause 39, links von unten her, kam man zuerst in einen Hofraum, wo vier einstöckige Häuser standen. Auch neben dem Hause 42, rechts, kam man ins „Ädergäßchen“; hier standen drei einstöckige Häuser. – Haus 40, an der Straße gelegen, trug einen großen Überbau, auf zwei Stiitzbalken ruhend, mit Schiefer umkleidet, zwei Zinuner übereinander; er gab dem Hause Seltenheitswert.

Die meisten Häuser hatten Ölanstrich, und alle hatten, trotz ihrem Alter, ein gepflegtes Aussehen. – Vier Gasthäuser konnte man besuchen: „Zur Stadt Kreuznach“ (Franz Roth, Nachfolger: Moritz Dils, Johann Lorth, Jakob Hohenbild); Franz Hausen, auch Bäckerei und Lebensmittel (Nachfolger: Stephan Werland, Heinrich Zweibrücken, Nikolaus Jost); „Trierisches Fischhaus“, Peter Herrig-Kaiser (Nachfolger: Peter Herrig jr.); „Zum goldenen Karpfen“, Witwe Mainzer (Nachfolger: Peter Mainzer, Nikolaus Jakoby). Auch von den Städtern und Fremden wurden die Gaststätten gern besucht. Außer den üblichen Getränken boten sie fast ständig saure und gebackene Fische. Lebensmittel hielten fünf Geschäfte bereit: Franz Hausen, Margarete Erang (Nachfolger: Wilhelm Prem), Geschwister Neis, Mattbias Burg (Nachfolger: Josef Adams) und Michael Efferz (auch Bäckerei). Erwähnen wir auch die Metzgereien Peter Föhr und Peter Mainzer (Nachfolger: Nikolaus Jakoby).

Wenden wir uns jetzt der Moselseite der Dorfstraße zu. Eigentiimer der Häuser zwischen Nikolaus­- und Kapellenstraße hatten dort, also ihren Häusern gegenüber, eine Nutzfläche (Garten, Stallungen, Abstellraum), hochgelegen, ununauert, getrennt durch Pfade, die zum Moselufer führten. Es gab da auch sechs Wohnhäuser, zwei davon, vor der Nikolausstraße, dienten in früheren Jahren den Halfen als Unterkunft. Auf der Uferseite lagen auch die Freiflächen des Kirmesplatzes und Mainzers Garten, letzterer an den Kirmestagen mit Zelttuch überdacht. Neben ilun ein massiver steinge­ wölbter Bogen, der ein Häuschen trug. Aus Richtung Gilbertstraße führte ein Hohlweg zur Mosel, der dem Kiestransport diente. Bemerkt sei, daß alte Adreßbücher  freie Plätze beziehungsweise Nutzflächen  als Bauplätze bezeichnen.

Diese Uferstraße mit ihren kurzen Verbindungen zur Friedrich-WJlhelm-Straße,  das war das ursprüngliche Barbeln, „das kleine Schiffer- und Fischerdorf“, wie es gern genannt wurde. Die Gemarkung St. Barbara war nicht so klein, wie mancher zu glauben geneigt ist. Sie erstreckte sich von Uferstraße und Südallee bis zur Saarstraße, diese rechts aufwärts, an den großen Barbelser Steuerzahlern (zum Beispiel Lederfabrikanten) vorbei, bis zur Nikolausstraße.  Deren linke Seite gehörte bis zur Hommerstraße, vorher „Gartenstraße“, zu Löwenbrücken. Es bildete mit Barbeln eine Gemeinde. Die Hammerstraße weist den weiteren Verlauf unserer alten Gemarkungsgrenze.

Kaum eine Straße unserer  Gemarkung- außerhalb  der Uferzeile-hattein  den 90er Jahren  eine geschlossene Häuserreihe. Grünflächen und Gärten, mit Hecken umfriedet, waren ein gewohntes Bild. Straßen mit holprigem Pflaster oder unbefestigt, mit Schianun oder Staub, wie’s Wetter es wollte. An der Gartenmauer der unteren Gilbertstraße (Glabai) drehte ein Seiler dickes Schiffsseil. Die unterste Nikolausstraße hieß „Schulgaaß“. Dort lag um 1860 die Dorfschule. Wrr selber gingen in die neue Buntsandsteinschule (1881, in den 90er Jahren durch Anbau erweitert, heute Real­ schule). Auf der anderen Ecke, gegenüber der heutigen Kirche, begann die Mauer der Gärtnerei Jakoby, bis zur Gilbertstraße; der Eingang führte einige Stufen abwärts, daber der Name „Keller­ gaorten“. Auf jeder  Seite der „Schulgaaß“ gab es etwa neun Häuser, ein- und zweistöckig; unten links das „Trierische Fischhaus“, vor dem Eingang ein Ziehbrunnen.- Die Gartenstraße- sie wurde schon eben genant- trug ihren Namen verdient: bei ihrer Abzweigung von der Nikolausstraße, rechts lag eine große Gärtnerei, links zur Saarstraße eine Baumschule, nur an drei Ecken einige Häuser. – Nun die Kirch- oder Kapellenstraße, nach der Barheiser Kapelle weiter unten benannt.

 

 

Sechs Dörfer vor der Neuport: Löwenbrücken, St. Barbara, Heiligkreuz, St. Matthias, St. Medard und Feyen – von A. Heintzen

aus: Neues Trierisches Jahrbuch 1966, S. 40-42, A. Heintzen

St. Barbara, Barbeln

„Bilder aus St. Barbeln“ hat schon Cläre Prem vor mehr als 30 Jahren nachgezeichnet, und sie steht damit nicht allein. Trotzdem, ich darf meinen alten Schulort, das Zwillingskind in der „Civil­gemeinde“, nicht ganz übergehen.

Alle Trierer hatten das fröhliche Schiffsleutdorf gern, ob sie sich am Kirmestag in das Gewimmel der Uferstraße stürzten oder in kleinerem Kreis bei Fisch und Viez sich zu den Eingeborenen setzten, etwa im „Striehdaochen“ (Strohdach), wie eine bekannte Wrrtschaft in ganz alter Zeit geheißen hatte.

Die Barbelser Frauen zog nicht zuletzt die „Bleiche“ an, wo sie den Wäschestaat der Städterfrauen bewundern konnte, und uns Kinder die Seilerei am oberen Dorfende, gegenüber dem „Warf“, der Schiffswerft, wo die Kanalschiffe gebaut oder geflickt wurden. Was war das etwas,  wenn so ein großes Schiffsgerippe auf dem Stapel stand. Da sab man die ausgedienten Schiffleute, wie sie den ganzen Tag herumpatrouillierten und dem Bau zusaben. Und wenn ein fertiger Kalm in die Mosel gelassen wurde, war ganz Barbeln dabei.

Einmal, „Milliune Menschen“ waren da, alles war gut vorbereitet, aber der Kasten wollte nicht rutschen. Der Herr Pastor Kewenig von St. Mattbias kam gerade über den Leinpfad und sab auch interessiert zu. Die Schiffleute waren ganz nervös und hatten rote Köpfe. „Ging doch nuren dä Pastor weider, dat mer maol ordentlich fluche könnt!“ Schließlich wurde ihm’s zu lang. Wie er außer Hörweite war, ging das Gewitter mit Fluchen los, und im Nu saß das Schiff auf dem Wasser.

Das Fluchen war ihnen angeboren, es war nicht so bös gemeint, wie es sich anhörte. Einmal kam der Gervasiuser Pastor zu einem Schiffer und sagte, sein Sohn sei ja ein prächtiger Junge, bloß, er fluche so fürchterlich. „Wat Dir elao net saot, Herr Pasdor! Wu soll dä Lausert dann nuren dat Fluche gelehrt haon? Bei ons hei heert dän esu neist. Awer dat saon ich Eich: Et Milliunelaad soll dä Kerl verschlaon, wenn eich dän emaol heere fluchen!“ Eine deftige Sprache führte auch eines Schiffers Frau, der, von der Gicht verzogen, auf dem Krankenbett lag und versehen werden sollte: „Schorsch, streck de Ban, de kries den helljen Olig, dän dut dir gut.“

Wer hat noch das traute Barheiser Kapeilehen (rund 1690) in der Erinnerung, links auf der untersten Ecke der Kirchstraße (1888 Kapellenstraße). Es hat den Alten so viel bedeutet wie den Dornherren ihr Dom. Welch Gedränge, wenn da „Ewig Gebet“ war. „Milliune Keerzen“ auf dem dunklen Barockaltar, die mächtige Falme der Schifferbruderschaft, die fast bis an die Decke reichte. Da konnte einer hören und sehen, daß die Schiffer außer zu fluchen auch zu beten verstanden. Jetzt erhoben sie die Stimmen zum Gesang, man hätte glauben können, die Mauern müßten bersten. Um das Kapelleben lag der ältere Friedhof.

Manchen aale Schöffmann sielig waor aanst bei zeletzt gelännt, aane kaom su nao däm annern, kaane mieh hihr Naome kennt. (Heinrich Scherer)

Aber die Mosel war den Alten auch treu geblieben. Sie kam jedes Jahr ein oder mehrere Male an ihre Gräber. – Der neue Friedhof entstand in späteren Jahren schräg gegenüber, auf dem Grundstück des neuerdings erbauten Kindergartens der jungen Pfarrei St. Barbara-Herz-Jesu. Hier erhoben sich nun schon Familiengräber, die der Bayer, Effertz, Erang, Hausen, Herrig, Marx, Hohenbild, Kaiser, Föhr u.a. Unser Schulweg führte durch die „Gartenstraße“ (heute Hommerstraße), einen oft zum Teil schlammigen Feldweg, von dem aus wir links hin über Ackerfelder und eine große Gärtnerei den Friedhof übersehen konnten.

So wurden wir 1897 Zeugen eines Begräbnisses „der alten Frau Föhr“. Das Begräbnis einer Frau mit militärischen Ehren, das hatte die Stadt noch nicht erlebt. Soldaten bildeten Spalier vom Sterbehaus bis zum Friedhof und trugen den Sarg, Offiziere aller Regimenter waren anwesend. Trauermärsche, Falmen am Kriegerdenkmal, das später auch den Namen der Verstorbenen trug. Und warum dies? Frau Föhr hatte 1870/71 ihr geräumiges Haus am Ufer als Lazarett eingerichtet und Verwundete verpflegt, die zu Schiff von den Schlachtfeldern um Metz gebracht wurden. Nach Aufhebung auch dieses jüngeren  Friedhofs wurde das Grab an die Ruwerer Straße verlegt. Die Inschrift nennt 2 Auszeichnungen,  die sie wegen dieser Verdienste erhielt. –

Unter einer Sandsteinplatte ruhten nahe am Barheiser Friedhofseingang  die Gebeine des Pastors Thewalt von St. Gervasius. 1849, kurz nach seiner Ernennung, brach die Cholera aus, in seiner Pfarrei war die Zahl der Toten besonders groß, nach aufreibender Tätigkeit wurde er selbst ein Opfer der Seuche. Auf den städtischen Friedhof umgebettet wurde 1911 der Erfinder Ludwig Gall, „in der Zeit ein Streiter voll Feuereifer für das Wohl der Menschheit, für Wahrheit und WISsenschaft, ein Erfinder, der Tausende bereichert hat und arm gestorben ist“ (Grabinschrift)

In Kürze werden die letzten Uferhäuser dieses stadttrierischen Moseldorfs buchstäblich unter den Boden müssen. Das einst so fröhliche Barbeln ist ausradiert.

Im Viertel: Das ehemalige Herz-Jesu-Krankenhaus

Das Herz-Jesu-Krankenhaus war ein Krankenhaus in der Friedrich-Wilhelm-Straße im Trierer Stadtbezirk Süd. Es ist seit 2006 geschlossen, sämtliche Abteilungen wurden ins Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen umgesiedelt.

Der historische Kernbau wurde im Jahr 1898 von August Wolf nach Plänen des Münsteraner Architekten Bernhard Schwarz für die Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe errichtet. In den Jahren 1909 und 1941 wurde das Hospital viermal erweitert. Im Jahr 1990 vermieteten die Franziskanerinnen ihren Klinik- und Kloster-Komplex per Erbbaupachtvertrag auf 50 Jahre an die Caritas-Trägergesellschaft, die ihn später wiederum dem Trierer Klinikum Mutterhaus weitervermietete. Das Mutterhaus übernahm das Krankenhaus schließlich zum 1. Januar 2000 und siedelte die Abteilungen in den folgenden Jahren kontinuierlich am Stammsitz in der Feldstraße an. Mit der Erwachsenen-Psychiatrie, der Palliativstation und der Schmerz-Tagesklinik wechselten im Sommer 2006 die letzten Herz-Jesu-Abteilungen den Standort. Ende 2006 war der Klinik-Komplex in Trier-Süd schließlich komplett geräumt.

Die Trierer Wohnungsbau und Treuhand AG (gbt) errichtete auf dem 1,5 Hektar großen Areal mit diversen Geschosshäusern und Stadtvillen ein urbanes Quartier (150 Wohneinheiten). Die Investitionskosten betrugen rund 30 Millionen Euro. Der Stadtbild-prägende Kernbau des Hospitals steht nicht unter Denkmalschutz und sollte ursprünglich abgerissen werden, blieb aber letztlich doch erhalten. Darüber hinaus blieb auch der alte Baumbestand im von den Trierern getauften „Herz-Jesu-Garten“ erhalten.

Quelle: Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier
https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=23404

Abriss des Krankenhauses.
Foto: Hans-Peter Ternes

Im Viertel: Herz-Jesu-Krankenhaus, Herz-Jesu-Garten

„Neue Hygienevorschriften- und Möglichkeiten waren 1900 der Anlass für den Neubau des Herz-Jesu-Krankenhauses …“
„… Dieses neue Mittel (Ideenwettbewerb), den besten Architekten zu ermitteln, wurde auch 1910 bei der Planung eines neuen Wohngebietes in Neu-St. Barbara angewandt, hier war der erste Preis mit 1500 Reichsmark dotiert, bei diesem Wettbewerb wurde auβerdem erstmals mehr Wert auf die Freizeitmöglichkeiten der zukünftigen Bewohner gelegt, so waren Kinderspielplätze und Gartenanlagen hier erstmals Pflicht.“

Quelle: http://www.mpg-trier.de/is/geschi/main/geschi_1_1.htm


Quelle: http://architekten-mmp.de/2009/03/23/herz-jesu-ellipsen/

Quelle: https://www.google.de/maps/@49.7463309,6.6306213,225a,35y,39.42t/data=!3m1!1e3