„Durch das Dunkel hindurch… scheint der Himmel hell“ Osternacht am 31. März

Feuer – Licht – Gottes Wort
 

Gedanken Am Feuer

Herzlich willkommen zur Feier der Osternacht 2018.
„Haben Sie heute eine Aufführung?“ fragte eine Dame heute Mittag, als wir in der Kirche mit den Vorbereitungen in vollem Gange waren… „Nein, wir feiern heute Abend die Osternacht!“ „ Achso, es sieht bei Ihnen so einladend aus, kennt man sonst gar nicht in der Kirche“….

Nun,
dort hinten ist der Berg mit Sand, die Beton-Mischmaschine und das Dixie-Klo der Pflaster-Leger, die unermüdlich geschafft haben, in den letzten 2 Wochen – und dann doch nicht ganz fertig geworden sind, manchchmal mit blauen Händen… Hier vorn steht ein Baunzaun, einer von vielen, in und um die Kirche – dieser ist immerhin geschmückt – mit bunten Blumen…. Und immerhin ist der barrierefreie Zugang fertig. So ziemlich, jedenfalls.
Im barrierefreien Klo fehlen noch einige Kacheln, aber alle wichtigen – sagen wir – Einrichtungen  funktionieren. Durch die unermüdliche Arbeit der Handwerker und unseres Hausmeisters ist alles benutzbar.

 „Hier sieht alles so einladend aus“ – ich weiß nicht, ob die Damie heute Abend hier ist – sie wollte kommen… und sich traut sich zu melden… Aber mit diesem Kommentar hat sie uns eine riesige Freude gemacht:
Weil wir genau das wollen –
eine einladende Kirche sein, aus Steinen – und aus Menschen. RS

Wir sind weit entfernt von perfekt oder fertig – immer wieder gibt es Baustellen… bekannte und unbekannte… Immer geht irgendwas nicht – oder dann am Ende eben doch… Oder anders.

Wenn man hinter dem „Chaos“ immer noch unsere Absicht entdecken kann, „einladend“ zu sein – dann haben wir Grund zu feiern!
Wir sind nicht die Gastgeber – wir sind nur die Tischdienerinnen und –diener. Der Gastgeber ist Gott. Gott feiert mit uns – heute Abend.

Wir feiern Dank – Dank an Gott, der Welt erschaffen hat, der seinen Sohn geschickt und aus dem Tod geholt hat – und der uns mit seinem Geist in eine neue Gemeinschaft ruft… Durch alles Dunkel hindurch…

     

„Wenn eine Nachricht wichtig ist, dann findet sie mich!“
Diesen coolen Spruch habe ich vor kurzem in der Pfadfinderzeitung gelesen. Wenn eine Nachricht wirklich wichtig ist, dann wird sie mich schon finden….
Ganz schön selbstbewusst, oder? Viele Leute laufen den Nachrichten nach, in der Zeitung, im Fernsehen, in den Sozialen Netzwerken, aber auch in der Arztpraxis oder bei der Unterhaltung in der Nachbarschaft.
Es gibt eine tiefsitzende Sorge, irgendetwas Wichtiges zu verpassen – es nicht sofort mitbekommen zu haben, 2 Sekunden später als jemand anders. Wer sich nicht informiert, an dem läuft das Leben vorbei, der ist von gestern oder vorgestern – in unserer Informationsgesellschaft.

„Wenn eine Nachricht wichtig ist, dann wird sie mich finden!“ atmet einen völlig anderen Geist. Der Satz sagt eigentlich: Mach Dir keinen Stress, die Welt dreht sich auch ohne Dich – und wenn das Universum meint, dass Du irgendwas erfahren sollst, dann wird es Dir das schon mitteilen.

Den Frauen am Grab ist es genauso ergangen. Ich glaube, sie haben gar nichts gesucht – an dem Morgen nach dem Fest… Sie hatten ja die traurige Gewissheit, dass Jesus tot ist. Sie wussten mehr als genug – und sie wollten keine Neuigkeiten erfahren. Sie wollten einfach nur ihren lieben Toten besuchen, ihn waschen und salben und ihm die Ehre erweisen, weil es am Tag vor dem Fest alles so schnell gehen musste.

Und dann wurden sie von einer „wichtigen Nachricht gefunden“: sie machten einige Entdeckungen, die sie sicher nicht gesucht hatten. Der Stein war weggerollt, obwohl er so groß war. Im Eingang saß ein junger Mann in einem weißen Gewand.  Was jetzt? Wer war das? Ein Dieb? Eine verkleidete Wache? Ein Engel? Die Frauen erschraken.

Dann spricht der junge Mann mit ihnen: „Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden. Er ist nicht hier. Kommt und seht selbst!“ Und dann: Geht zu den anderen Jüngern, vor allem zu Petrus und sagt denen: Jesus ist euch vorausgegangen nach Galiläa. Dort will er Euch treffen!“

Die Nachricht von der Auferstehung Jesu hat die Frauen gefunden, durch den jungen Mann in einem weißen Gewand. Die Frauen hatten sie nicht gesucht – trotzdem kam das Neue, das Andere, das Fremde, plötzlich und unerwartet in ihr Leben. Und mit dieser Nachricht wurde alles anders… für die Frauen und für die Jünger. Sie konnten der Veränderung nicht aus dem Weg gehen. Sie drängte sich auf, mit Macht – und alles wurde anders.

Wir kennen diese Erfahrung, dass Nachrichten uns finden, gut wie schwierige. Es sind nicht zuerst wir selbst, die unser Leben leben. Es wird immer wieder beeinflusst, gesteuert, unterbrochen – von anderswo. Wir geraten aus der Bahn – müssen reagieren, uns irgendwie verhalten… Und unser Leben nimmt eine ungeahnte Richtung. Diese Ereignisse, die wir selbst nicht machen, noch nicht mal suchen, die finden uns einfach. Und alles wird anders.

Wahrscheinlich ist es den Menschen, die heute getauft werden genauso gegangen. Einige bewegende Lebensgeschichten haben wir am Freitag im Gottesdienst gehört. In einem Umfeld, dass dem christlichen Glauben und den christlichen Gemeinschaften feindlich gegenüber steht, macht es auf einmal „Klick“ – man lernt Leute kennen, beginnt nachzudenken, entdeckt tief drinnen eine Sehnsucht… und aus dieser Sehnsucht wird ein Entschluss, ein Weg…

Oder man hat sich noch niemals Gedanken gemacht über Gott und den Glauben – und auf einmal läuft einem ein Mensch über den Weg, der in dem Glauben zuhause ist – und der auch dieses Zuhause teilen will, es macht „klick“, ein Weg beginnt… ein Entschluss reift. Das Leben ändert sich.

„Wenn eine Nachricht wichtig ist, wird sie mich finden!“
Wir alle sind von Gottes Geist gefunden worden – auf die ein oder andere Weise, ob wir nun aktiv gesucht haben oder nicht. Gott bringt sich in unsere Lebensgeschichte ein. Er stört und verunsichert, er lockt und ermutigt. Er macht einem manchmal auch „die Nase lang“… Und dann gilt, es, sich zu entscheiden. Einen Bund zu schließen, einen neuen Weg zu gehen – wir haben das eben in vielen Bildern aus der Heiligen Schrift gehört.

Der Gottesgeist findet uns auch heute hier – diejenigen, die sich taufen und firmen lassen; diejenigen, die dadurch in ihrem eigenen Glauben ermutigt und herausgefordert werden. Diejenigen, die vielleicht nachdenklich nach Hause gehen – weil sie von einer wichtigen Nachricht für ihr eigenes Leben gefunden wurden.
Bitten wir an diesem Abend mit seinen vielen Worten, Zeichen, Stimmungen und Gefühlen darum, dass wir offen sind – für Gott, der uns findet. Ganz sicher. Amen. RS

Taufe – Firmung – Glaubensbekenntnis
            

Das Fest

   

Halleluja, Jesus lebt!

 

Weitere Bilder: