Herzliche Einladung zum nächsten Queeren Nachtgebet am 21. August 2026 um 20:00 Uhr.
Der Anschlag auf den CSD in Berlin hat natürlich auch uns bei der Vorbereitung beeinflusst. Und so wollen wir an diesem Abend als Gemeinschaft zusammen kommen, um Kraft zu tanken. Dabei wird die Liebe in all ihren unterschiedlichen Formen im Mittelpunkt stehen, als Quelle dieser Kraft und um dem Hass und den queerfeindlichen Angriffen etwas positives entgegen zu setzen.
Die „queeren Nachtgebete“ sind offen für alle. Ausdrücklich eingeladen sind queere Menschen, Paare und Familien – mit ihrem Selbstverständnis, ihren Erfahrungen, ihrer Suche, ihrer Sehnsucht und ihrer Bitte um Gottes Segen.
Wir feiern die „Vielfalt unterm Regenbogen“.
Im Anschluss besteht wie immer die Möglichkeit zu einem persönlichen Segen und zur Begegnung.

Begrüßung und Eröffnungsgebet
Liebe Anwesende, liebe Geschwister, ich darf Euch heute Abend ganz herzlich zu unserem Queeren Nachtgebet hier in Herz-Jesu begrüßen. Wir sind sehr froh und stolz darauf, dass die verschiedensten Gruppen sich bei uns einfinden. Sie bringen diese Ehrenamtskirche erst zum Erblühen. Fühlt Euch wohl hier und genießt unsere Gastfreundschaft!
So wollen wir uns voll Vertrauen an unsern kommunikativen G*tt wenden. Bedingungslos liebender G*tt, seit Jesus Mensch geworden, ist Dir nichts Menschliches fern. Du hast uns in dieser Vielfalt gewollt. Du liebst uns mehr, als wir uns vorstellen können. Deshalb beginnen wir unser Nachtgebet in deinem Namen:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und der Heiligen Geistkraft. Amen
Einführung ins Thema
Liebe ist’s haben wir den heutigen Abend überschrieben. Und dahinter verbergen sich ganz unterschiedliche Gedanken und Themen.
Im letzten Jahr waren einige von uns bei einem Vortrag mit dem Titel: Kann denn Liebe Sünde sein. Und dann folgte 1 Stunde Informationen über sexuelle und geschlechtliche Identitäten. Was inhaltlich soweit richtig war, nur die Frage nach der Liebe spielte gar keine Rolle. Es ging um Sexualmoral und nicht um Liebe und Partnerschaft. Und das passiert häufiger. Insbesondere, wenn uns bestimmte Bibelstellen vorgehalten werden, in denen es um Vorschriften zum richtigen sexuellen Verhalten geht. Am Ende steht immer dieser Widerspruch: wir reden von Liebe und die anderen reden von Sexualmoral. Als würden wir zwei verschiedene Sprachen sprechen. Damit wollten wir uns beschäftigen.
Aber als wir unseren Termin für die Vorbereitung hatten, war es gerade drei Tage nach dem schrecklichen Anschlag auf den CSD in Berlin. Und das hat uns natürlich auch sehr getroffen und berüht. Wie geht man damit um, wie reagiert man?
Und dann gibt es noch etwas, das uns bewegt. Heute vor zwei Jahren haben wir Ralf Schmitz verloren. Mit dem wir hier in Herz Jesu vor fast genau sieben Jahren mit dem Queeren Nachtgebet begonnen haben, dass ihm sehr am Herzen lag.
Wir wollen an ihn erinnern, in Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit. Dafür haben wir ein paar Lieder, die er besonders mochte mit aufgenommen. Und einen Text, den er geschrieben hat, aus dem auch die Überschrift „Liebe ist’s“ stammt und von dem wir später noch mehr hören werden.
In gewisser Weise könnte man also sagen, dass er noch einmal ein Nachtgebet mit uns gestaltet hat.
Und so ist es die Liebe in ihrer ganzen Vielfalt, die den roten oder vielmehr bunten Faden bildet der diese unterschiedlichen Themen verbindet. Denn:
Liebe ist’s, die wir meinen und Partnerschaft
und nicht Sexualmoral.
Liebe ist‘s,
die uns als Gemeinschaft zusammenkommen lässt und uns stärkt.
Liebe ist’s, die uns hilft, die Angst zu überwinden.
Liebe ist’s, die uns den Mut geben kann,
weiter zu kämpfen und sichtbar zu bleiben
Und auch wenn es vielleicht naiv klingen mag, glaube ich daran, dass es stimmt, was wir eben im ersten Lied gehört haben. Das irgendwo am Ende des Regenbogens, die Träume, die wir zu träumen wagen, sich auch wirklich erfüllen können und es:
Liebe ist, die am Ende den Hass überwinden wird.
Wie lange auch immer es dauern mag.
Gemeinsames Lied „Here I am, Lord“

Lesung aus dem 1. Johannesbrief 4, 7-21 (aus der Bibel in gerechter Sprache)
7Geliebte, lasst uns einander lieben: Die Liebe ist von Gott. Alle, die lieben, sind von Gott geboren und kennen Gott. 8Die nicht lieben, kennen Gott nicht, denn: Gott ist Liebe.
9So wurde die Liebe Gottes bei uns sichtbar: Gott sandte ihren Erwählten, ihr einziges Kind, in die Welt, damit wir durch ihn leben. 10Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass Gott uns geliebt und ihren Erwählten als Überwindung unserer Gottferne gesandt hat.
11Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, dann sind auch wir verpflichtet, einander zu lieben. 12Keiner und keine hat Gott je gesehen. Wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns und Gottes Liebe ist in uns zum Ziel gekommen. 13Daran erkennen wir, dass wir in Gott bleiben und Gott in uns: Wir haben von göttlicher Geistkraft bekommen. 14Wir haben gesehen und bezeugen: Gott hat ihren Erwählten als Rettung der Welt gesandt. 15Alle, die bekennen: Jesus ist der Erwählte Gottes, in denen bleibt Gott und sie bleiben in Gott. 16Wir haben die Liebe erkannt und auf sie vertraut. Gott hält sie in uns fest. Gott ist Liebe und alle, die in der Liebe bleiben, bleiben in Gott und Gott bleibt in ihnen. 17Dadurch wird die Liebe unter uns vollendet, so dass wir unerschrocken sind am Tag des Gerichts.
18In der Liebe ist keine Angst, vielmehr vertreibt die vollkommene Liebe die Angst. Denn Angst schränkt ein, wer Angst hat, ist nicht vollkommen in der Liebe. 19Wir lieben, denn Gott hat uns zuerst geliebt.
20Diejenigen, die sagen: Ich liebe Gott, und ihre Geschwister hassen, lügen. Denn die ihre Geschwister nicht lieben, die sie sehen, können Gott nicht lieben, die sie nicht sehen. 21Dieses Gebot ist uns gegeben: Alle, die Gott lieben, sollen auch ihre Geschwister lieben.

Impuls in verteilten Rollen
A „In der Liebe ist keine Angst.“ Das steht da. Schwarz auf weiß. Vor zweitausend Jahren aufgeschrieben.
B Und dann liest man die Nachrichten. Berlin. Ein CSD. Menschen, die feiern. Und dann: Angriffe, Verletzte.
C Und plötzlich ist die Angst doch da. Beim nächsten Händchenhalten in der Fußgängerzone. Beim nächsten Mal, wenn hinter dir jemand langsamer wird.
B „In der Liebe ist keine Angst.“ Dieser Satz klingt auf einmal wie Hohn.
Stille. C Aber der Satz will nicht sagen: Ist doch alles halb so wild.
A Er sagt: Die Angst hat nicht das letzte Wort. Sie hat oft genug das erste. Aber nicht das letzte.
B Denn was tut die Angst? Im Text steht es wörtlich: „Angst schränkt ein.“ Sie macht klein. Sie macht leise. Sie macht unsichtbar.
C Und das ist ihr eigentlicher Trick. Nicht der Schlag. Das Schweigen danach.
A Dass man das Foto vom Wochenende dann doch nicht postet. Dass man im Telefonat mit den Eltern „mein Mitbewohner“ sagt. Dass man den Umweg nimmt und sich einredet, das sei Vernunft.
B Angst arbeitet nicht laut. Angst arbeitet gründlich. C Und die Liebe? Die macht groß. Die macht laut. Die macht sichtbar.
Alle Liebe ist’s.
Stille.
A Aber was heißt das schon – Liebe? Das Wort ist abgegriffen. Es steht auf Kaffeetassen.
B Und ehrlich gesagt: Manchmal wissen wir selbst nicht, was Liebe eigentlich ist.
C Wir haben sie erlebt und wir haben sie vermisst. Und wir haben sie verwechselt – mit Bedürftigkeit, mit Gewohnheit, mit dem Wunsch, endlich dazuzugehören.
A Wir reden heute Abend von etwas, das wir nicht definieren können.
B Definieren also nicht. Aber sagen, wo wir sie gesehen haben – das können wir.
C Liebe ist die Freundin, die um zwei Uhr nachts ans Telefon geht.
A Liebe ist der Vater, der dreißig Jahre gebraucht hat – und dann doch gekommen ist.
B Liebe ist die Mutter, die den neuen Namen ihres Kindes übt, bis er sitzt. C Liebe ist die Wahlfamilie, die da war, als die andere gegangen ist.
B Liebe ist, den eigenen Namen zum ersten Mal von jemandem zu hören und zu denken: Ja. Genau der.
Liebe ist, nach einem Anschlag wieder loszulaufen. Beim nächsten CSD. Trotzdem.
Alle Liebe ist’s.
Stille.
A In der Lesung steht noch ein Satz, den man leicht überhört.
B „Keiner und keine hat Gott je gesehen.“
C Ein Text, der so selbstsicher von Gott redet, gibt hier zu: Gesehen hat Gott noch niemand. Nicht Mose, nicht Petrus, niemand von uns.
A Und dann kommt der Nachsatz: „Wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns.“
B Also: Gott ist nicht zu sehen. Aber Liebe ist zu sehen. C Zwei Menschen, die sich an der Bushaltestelle die Hand halten. Das kann man sehen.
B Wer also wissen will, wie Gott aussieht, muss Menschen anschauen, die einander lieben. Mehr hat der Brief nicht anzubieten.
C Und jetzt denkt einen Moment darüber nach, wem man jahrzehntelang gesagt hat, seine Liebe sei ein Mangel. Ein Defekt. Eine Ausnahme, die man gerade noch duldet.
A Ausgerechnet dort ist Gott sichtbar geworden. Die ganze Zeit. Auch als es niemand zugeben wollte.
Stille.
B Und dann kommt der Satz, der alles auf den Kopf stellt: „Gott ist Liebe.“
C Da steht nicht: Gott hat Liebe. Da steht auch nicht: Gott findet Liebe ganz gut, solange bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
A Da steht: Gott ist Liebe. Und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott.
B Andersherum gelesen heißt das: Wo Liebe ist, da ist Gott.C In jeder Wohnung. An jedem Küchentisch. In jedem Krankenzimmer. Auf jeder Demo.
A Nicht erst, wenn jemand es erlaubt. Sondern längst.
Alle Liebe ist’s.
Stille.
C Eine Stelle in der Lesung stört mich trotzdem: „Die vollkommene Liebe vertreibt die Angst.“
A Vollkommen. Als ob da noch eine Prüfung wartet.
B Und diese Prüfung kennen wir. Uns wurde lange erzählt, unsere Liebe sei nicht ganz vollständig. Nicht ganz richtig. Nicht ganz das Eigentliche.
A Nein. Da steht nicht: Streng dich mehr an.
B Die Vollkommenheit, von der der Brief redet, ist nicht unsere Leistung. Sie ist Gottes Art zu lieben. Sie kommt bei uns an, und wir geben sie weiter. Das ist alles.
C Unsere Liebe darf krumm sein. Beziehungen gehen zu Ende. Wir verletzen einander. Wir sind manchmal feige.
A Und trotzdem bleibt es Liebe. Und trotzdem ist Gott darin.
Stille.
B An einer Stelle wird der Brief dann sehr deutlich. Fast grob.
C „Diejenigen, die sagen: Ich liebe Gott, und ihre Geschwister hassen, lügen.“
A Lügen – so steht es da. Nicht: sie irren sich. Nicht: sie sehen es eben anders. Sondern: sie lügen.
B Wer die Menschen nicht liebt, die er vor sich sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht. Das ist keine fromme Ermahnung. Das ist ein Urteil.
C Es gilt für alle, die in Berlin zugeschlagen haben.
A Und es gilt genauso dort, wo niemand zuschlägt.
B Es gilt für den Satz, unsere Liebe werde geduldet, aber eigentlich nicht gewollt.
C Für jedes Gebet, das darum bittet, ein Mensch möge anders werden, als er ist.
A Für jedes Angebot, das verspricht, man könne das wieder loswerden – und dafür Geld nimmt.
B Für jede Personalakte, in der ein Coming-out zum Problem geworden ist.
C Für jede Firmgruppe, in der ein Kind mitbekommt, dass es besser schweigt.
A Für jeden Segen, der verweigert wurde, weil zwei Frauen davor standen.
B Das ist keine Meinungsverschiedenheit. Das ist Diskriminierung.
C Und wenn sie mit Gott begründet wird, wird sie nicht harmloser. Sie wird schlimmer.
A Denn dann wird Gott benutzt, um Menschen kleinzuhalten. Und genau dagegen ist dieser Brief geschrieben.
B Er nimmt uns die Mühe ab, darüber noch zu streiten. Diese Frage ist entschieden. Seit zweitausend Jahren.
Alle Liebe ist’s.
Stille.
C Die ersten, die von Ostern erzählt haben, hätten schweigen können. Es wäre klüger gewesen. Sicherer.
A Man hätte sie für verrückt halten können. Man hat sie für verrückt gehalten.
B Sie haben trotzdem geredet. Von einem, der lebt.
C Nicht schweigen über das, was einen am Leben hält – das ist keine neue Erfindung. Das ist der Anfang von allem, was wir hier glauben.
A Und deshalb ist es kein Zufall, dass die Angst als Erstes das Schweigen bringt. Sie weiß, was sie tut.
Stille.
B „Wir lieben, denn Gott hat uns zuerst geliebt.“ Zuerst. Bevor wir irgendetwas richtig gemacht haben. C Das ist kein Lohn. Das ist ein Vorschuss.
A Und darum sind wir heute Abend hier. Nicht, um die Angst wegzureden.
B Gleich stellen wir uns um den Tisch und zünden Kerzen an. Eine für jede Bitte.
C Ein paar kleine Lichter in einer großen dunklen Kirche.
A Viel Dunkel, wenig Licht. So ungefähr ist das Verhältnis. Und es reicht.
Alle Liebe ist’s.
Lied „You make me wonderful“

Gebetsteil und Fürbitten
Fürbitte
In jeden Menschen hat unser Schöpfer hineingelegt, wie er oder sie lieben darf, um glücklich zu werden. Und wenn Kirche und Gesellschaft das bis heute nicht akzeptieren wollen, so darf sich jeder Mensch trotzdem als Gottes geliebtes Kind fühlen und bleibt Teil seiner von ihm so gewollten bunten Schöpfung.
Für alle Menschen, die bis heute diskriminiert werden zünden wir eine Kerze an.
Fürbittruf : Liebe war’s, Liebe ist…
Fürbitte
Wir danken Dir Gott für alle Menschen die in der Vergangenheit aufgestanden sind und sich gewehrt haben gegen die Anfeindungen, Ungerechtigkeiten und Angriffe gegen queere Menschen.
Wir danken für ihren Mut, ihre Kraft und ihre Ausdauer.
Wir danken für alle Menschen die Ihnen beigestanden haben und für alle die in Ihre Fußstapfen getreten sind.
Wir bitten Dich Ewige für allen Menschen der queeren Gemeinschaft und allen ihren Verbündeten, die sich heute und in Zukunft, hier und überall auf der Welt für Gerechtigkeit, Anerkennung und Akzeptanz für alle queeren Menschen einsetzen.
Wir bitten dich Ewiger, schenke auch ihnen und uns Geduld, Kraft und Mut für dieses Engagement.
Für alle diese Menschen entzünden wir eine Kerze.
Fürbittruf : Liebe war’s, Liebe ist…
Fürbitte
Wir denken an alle, die heute Abend nicht hier sind.
An die, die in Berlin verletzt wurden – am Körper und im Vertrauen.
An die, die krank sind oder zu weit weg wohnen.
An die, die heute einfach keine Kraft mehr hatten.
An die, die vor dieser Kirche gestanden haben und dann doch nicht hereingekommen sind.
Wir denken an alle, die von unserer Kirche verletzt worden sind und trotzdem geblieben sind.
Und wir denken an die, die gegangen sind. Die heute Abend genau deshalb fehlen.
Für sie alle zünden wir dieses Licht an.
Fürbittruf : Liebe war’s, Liebe ist…
Fürbitte
Wir bitten um Kraft für all die queeren Menschen, die nicht zu sich stehen können.
Für die, deren Umfeld nicht sicher ist, für die das Verstecken ein schmerzhafter Selbstschutz ist.
Für die, die ihre Liebe nicht ausleben können, weil sie als falsch verdammt wird.
Wir bitten auch für die, die dennoch den Schritt gingen, trotz aller Ängste.
Für die, die verstoßen wurden.
Für die, die Gewalt erfuhren.
Und für die, die nicht mehr hier sind.
Für all diese Menschen entzünden wir diese Kerze.
Kerze anzünden.
Fürbittruf : Liebe war’s, Liebe ist…

Vater/Mutter unser
lasst uns gemeinsam beten.
Gott, du bist uns Vater und Mutter im Himmel…
Textauszüge aus „Liebe war‘s… von Ralf Schmitz
Wir hören jetzt einige Auszüge aus dem Text von Ralf den er im Juni 2023 geschrieben hat:
Liebe war’s, Liebe ist’s, Liebe wird sein, Liebe bleibt
Liebe war’s am Schöpfungsmorgen,
als deinen Geist du eingehaucht –
und alles Lebendige entstand:
Himmel und Erde, Engel und Menschen.
Liebe war’s – als Jesus dein Reich verkündete
in Worten und Wundern,
als er sammelte Frauen und Männer,
die seiner Liebe glaubten.
Liebe war’s, Liebe ist’s, Liebe wird sein, Liebe bleibt.
Liebe war’s in jener Nacht,
als Jesus den Seinen die Füße wusch
und ihnen auftrug, einander die Füße zu waschen
als Zeichen der Liebe.
Liebe war’s –
als Jesus unter dem Kreuz
Maria und Johannes bat,
füreinander da zu sein und füreinander zu sorgen.
Liebe war’s, Liebe ist’s, Liebe wird sein, Liebe bleibt.
Liebe ist’s –
dass er begegnete den Seinen,
Maria von Magdala, den anderen Frauen,
Johannes und Petrus und den anderen Männern.
Liebe ist’s –
dass sie nicht schwiegen von dem Lebendigen,
dass sie Worte und Taten erzählten
aus seiner Geistkraft, die er ihnen eingehaucht.
Liebe war’s, Liebe ist’s, Liebe wird sein, Liebe bleibt.
Liebe wird sein –
wenn wir Hunger stillen,
Durst löschen, Zuflucht geben, Würde bewahren,
der Gerechtigkeit, dem Frieden den Weg bereiten.
Liebe wird sein –
Von heute bis morgen – und drüber hinaus.
Mit allen, die waren und die sein werden,
an deinem Tisch.
Liebe wird sein – alle verbunden,
komme was kommt,
befreit und geheilt, vollendet in dir.
Die Liebe bleibt.
Liebe war’s, Liebe ist’s, Liebe wird sein, Liebe bleibt.

Lied: Der Himmel geht über allen auf
Abschlussgebet und Segen
Gott, den ganzen Abend haben wir von der Liebe geredet. Wir haben gesungen, Kerzen angezündet und um einen Tisch gestanden.Gleich gehen wir hinaus – in eine Woche, in der nicht alles liebevoll sein wird.Lass uns behalten, was wir hier gehört haben:dass du da bist, wo geliebt wird.Dass die Angst nicht das letzte Wort hat.Und dass wir einander haben.
Amen.
Segen
Und so bitten wir um den Segen:
Es segne uns Gott,der die Liebe ist –und der wohnt, wo geliebt wird.
Gott segne unsere Hände, dass sie einander halten.
Gott segne unsere Stimmen, dass sie nicht leiser werden.
Gott segne unsere Angst, dass sie uns nicht regiert.
Gott segne unseren Mut, dass er ansteckt.
Und wenn wir gleich auseinandergehen,gehe die Liebe mit. Sie war lange vor uns da. Und sie bleibt, wenn wir längst wieder woanders sind.
Es segne uns Gott –Quelle des Lebens, lebendiges Wort und Geistkraft, die uns verbindet.
Gott segne und behüte uns.
Gott hülle uns in Licht und sei uns zugeneigt.
Gott wende sich uns zu und schenke uns Frieden.
Amen.
Instrumentales ruhige Klaviermusik während des Einzelsegens


