Innehalten im Advent – Musik. Gebet. Stille.

In der Adventszeit und kurz vor Ende des Jahres sind wir oft besonders gestresst. Wir möchten unbedingt noch ganz viel erledigen vor Weihnachten, um dann in den mehr als wohlverdienten Weihnachtsurlaub zu gehen. Wir arbeiten Listen ab, im Beruf und auch privat. Diese Mail will noch geschrieben werden, der Anruf noch erledigt und dann sind da ja auch noch die Weihnachtsgeschenke und Vorbereitungen fürs Fest. Oh je…

Gerade in einer solchen Zeit ist es wichtig, dass wir uns einen Moment der Stille nehmen. Fernab vom Alltag.

Mit Musik.
Mit Impulsen zur Reflektion.
Mit Gebeten.
Mit einem warmen Getränk und kleinen Leckereien.
Und ganz besonders:

Mit lieben Menschen! 

 

Abendgebet am Dienstag, 22. November
Thema: Zuversicht

Persönliche Begrüßung mit Einführung ins Thema (Kathrin)

Herzlich Willkommen hier in meinem zweiten Wohnzimmer! Ja genau, Ihr habt richtig gehört: die Kirche ist einer meiner Rückzugsorte, ich fühle mich hier so wohl wie zu Hause.
Viele Menschen, denen ich in meinem täglichen Leben begegne glauben, dass bei mir immer alles glatt läuft und ich nie Zweifel habe. Bei niemandem läuft immer alles glatt und mir werden – ebenso wie allen anderen – auch Herausforderungen geschickt, die ich meistern darf. Diese Herausforderungen warten meist im Job auf mich. Wenn wir Prüfungen geschickt bekommen ist das ein Zeichen dafür, dass wir Gott am Herzen liegen. Er möchte, dass wir wachsen. Davon bin ich tief in meinem Innern überzeugt. Manchmal fehlt mir allerdings diese Zuversicht, um nach vorne sehen zu können und dann komme ich – unter anderem – hierher in diese Kirche und finde Hoffnung.

Gebet (Kathrin)
Guter Gott.
Schenke uns die Zuversicht,
dass wir jederzeit auf Dich vertrauen dürfen.
Schenke uns die Gewissheit,
dass wir Fehler machen dürfen.
Lass uns mit Hoffnung in die Zukunft blicken und das Licht sehen. Amen.

Lied Meine Hoffnung meine Freude (GL 365)

Lesung Jesaja 9,1-6 (Katja)
Hoffnung für alle
1 Das Volk, das in der Finsternis lebt, sieht ein großes Licht; hell strahlt es auf über denen, die ohne Hoffnung sind. 2 Du, Herr, machst Israel wieder zu einem großen Volk und schenkst ihnen überströmende Freude. Sie sind fröhlich wie nach einer reichen Ernte; sie jubeln wie nach einem Sieg, wenn die Beute verteilt wird. 3 So wie du Israel damals aus der Gewalt der Midianiter gerettet hast, so befreist du sie dann von der schweren Last der Fremdherrschaft. Du zerbrichst die Peitsche, mit der sie zur Zwangsarbeit getrieben werden. 4 Die Soldatenstiefel, die beim Marschieren so laut dröhnen, und all die blutverschmierten Kampfgewänder werden ins Feuer geworfen und verbrannt. 5 Denn uns ist ein Kind geboren! Ein Sohn ist uns geschenkt! Er wird die Herrschaft übernehmen. Man nennt ihn »Wunderbarer Ratgeber«, »Starker Gott«, »Ewiger Vater«, »Friedensfürst«. 6 Er wird seine Herrschaft weit ausdehnen und dauerhaften Frieden bringen. Auf dem Thron Davids wird er regieren und sein Reich auf Recht und Gerechtigkeit gründen, jetzt und für alle Zeit. Der HERR, der allmächtige Gott, wird dies eintreffen lassen, leidenschaftlich verfolgt er sein Ziel.

Lied Meine Hoffnung meine Freude (GL 365)

Impuls (Katja)

Ein Volk, das in Finsternis lebt – so beschreibt der Prophet Jesaja das Lebensgefühl seiner Zeitgenossen. Dunkle Zeiten – eine düstere politische Lage – damals. Die Menschen sehnen sich nach einer Zukunft in Sicherheit.
Und mitten hinein in diese Krise malt der Prophet ein starkes Zuversichtsbild:

“Das Volk, das in Finsternis lebt, sieht ein großes Licht. Hell strahlt es auf über denen, die ohne Hoffnung sind.”
Jetzt im Advent singen wir von diesem Licht, wir sehnen uns danach, in dem, was unser Leben immer wieder auch dunkel macht – in dem, was unsere Welt im Moment dunkel macht.

Der Prophet Jesaja gibt diesem Licht einen Namen:
„Wunderbarer Ratgeber”, “Starker Gott”, “Ewiger Vater”, “Friedensfürst”.
Auch wir geben diesem Licht einen Namen: Jesus, Morgenstern, Hoffnung, die die dunkle Nacht erhellt, Zuversicht, die uns leuchtet.

In blau getaucht ist die Tüte, die Ihr jetzt in den Händen haltet – Himmelblau in verschiedenen Tönen. In der Mitte leuchten Regenbogenfarben, weiße Kleckse wirken wie Sterne. Am Rand oben und an der Seite einige dunkle Flecken und Felder.
Die dunklen Bereiche sind da und haben ihren Platz. Es braucht das Dunkle als Hintergrund für die weiße Schrift, die Sternenpunkte und den Regenbogen.
“Lichtblick: Zuversicht” steht auf der Tüte. Wie ein Versprechen, eine Ermutigung. Die Schrift leuchtet, zusammen mit den Farben des Regenbogens.
Zuversicht lässt sich nicht befehlen – manchmal ist sie ganz zart und scheint nur schwach durch das Dunkle hindurch. Sie kann aber auch unerschütterlich sein – dann hat sie Kraft und lässt sich auch verbreiten…

Bis Weihnachten sind es noch einige Wochen. Zeit, um selber zuversichtlich zu werden und nach vorne zu schauen – Zeit, um Zuversicht auszustrahlen und zu verbreiten.

“Was gibt mir Zuversicht in meinem Leben?”

Geschichte „Der Apfel“ von Yarito Niimura

Ein Mönch befand sich auf einer Pilgerreise, die ihn auch an den Rand einer Wüste führte. Da brach ein heftiger Sandsturm aus und auf seiner Suche nach Schutz irrte der Mönch umher, ohne sagen zu können, wohin sein Weg ihn führte. Als der Sturm vorüber war, befand sich der Mann mitten in der Wüste und er wusste nicht, wohin er gehen sollte. Bald waren die Vorräte aufgebraucht und der letzte Rest Wasser getrunken. Das Einzige, was dem Mönch noch blieb, war ein grüner Apfel.
Den wollte er aufbewahren und erst in der größten Not verspeisen.

So irrte der Mönch weiter durch die Wüste, die Tage vergingen und keine Rettung war zu erwarten. Immer wenn ihn die Hoffnung verließ, nahm er den Apfel hervor, blickte ihn an und wusste: Noch war er nicht gänzlich verloren.
Eines Morgens, als die Kräfte ihn völlig zu verlassen drohten, erkannte der Mönch in der Ferne ein paar Hütten. Als er sich den Hütten näherte, waren dort auch Menschen zu erkennen. Mit einer letzten Anstrengung gelang es ihm, ihnen zuzurufen, dann fiel er zu Boden und war gerettet. Als er wieder aufwachte, war das erste, was er tat, den Apfel hervorzukramen. – Und der war immer noch grün.

Lied: „O Herr wenn Du kommst wird die Welt wieder neu“ GL 233

Vater Unser

Lasst uns beten, wie der Herr uns zu beten gelehrt hat.

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gibt uns heute
und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Segen/Schluss (Kathrin)

Der Herr segne uns und schenke uns Kraft in dieser Zeit der Vorbereitungen, der Geschäftigkeit und Unruhe.

Er lasse uns die nötige Ruhe finden,
die wir brauchen, um Ihm zu begegnen.
Er lasse sein Licht in unseren Herzen leuchten, damit unsere Hoffnung wachsen kann.

Er schenke uns Vertrauen in uns und unsere Fähigkeiten.
Er schenke uns die Hoffnung darauf, dass wir uns immer auf ihn verlassen können.
Er schenke uns die Zuversicht, dass wir es auch durch dunkle Zeiten schaffen auf dem Weg zum Licht!

So segne uns der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Lied Durch das Dunkel hindurch (Sredna-Heft)

6 Antworten auf „Innehalten im Advent – Musik. Gebet. Stille.“

    1. Wir streamen diese Veranstaltungen nicht, allerdings werden wir die Texte im Nachgang online stellen, so dass auch Menschen von weiter weg teilhaben können. Herzliche Grüße nach Aachen, Kathrin aus dem Leitungsteam

  1. Sehr schön, hoffnungsfroh – die Gebete!

    Guter Gott.
    Schenke uns die Zuversicht,
    dass wir jederzeit auf Dich vertrauen dürfen.
    Schenke uns die Gewissheit,
    dass wir Fehler machen dürfen.
    Lass uns mit Hoffnung in die Zukunft blicken und das Licht sehen. Amen.

    Ein Gebet, das man „unterschreiben“ kann!
    Dass wir Fehler machen dürfen, stimmt offenbar nicht!

    1. Und genau aus dem Grund, dass viele Menschen Fehler verurteilen habe ich dieses Gebet geschrieben. In der Fehlerkultur darf sich noch Einiges ändern. Liebe Grüße, Kathrin

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