„#beziehungsweise – jüdisch und christlich: näher als du denkst“. 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Diese ökumenisch verantwortete Kampagne möchte dazu anregen, die enge Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum wahrzunehmen. Auch und gerade im Blick auf die Feste wird die Verwurzelung des Christentums im Judentum deutlich. Mit dem Stichwort „beziehungsweise“ soll der Blick auf die aktuell gelebte jüdische Praxis in ihrer vielfältigen Ausprägung gelenkt werden. Die Kampagne ist ein Beitrag zum Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland. 

Eine jüdische Stimme

„Wenn ich dein vergesse, Jerusalem, soll meine rechte Hand verdorren, meine Zunge soll am Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht gedenke.“

Diese Worte des 137. Psalms widerspiegeln die Bedeutung der Zionsstadt für Israel. Hier stand der Tempel, in dem Gottes Gegenwart unmittelbar spürbar war, die Stadt war religiöses und politisches Zentrum. Doch mit der Zerstörung von Heiligtum und Stadt durch die Römer im Jahr 70 n. war Israel seiner Mitte beraubt, das Volk wurde auf Jahrhunderte ins Exil getrieben. An diese Katastrophe erinnert Tischah BeAw, der Trauertag, der mit Fasten und Trauergesängen verbracht wird. Das Rezitieren biblischen Klagelieder vergegenwärtigt den Verlust.

Doch das Judentum verharrte nicht in der Zerstörung. Jerusalem blieb als Fokus präsent, indem die Gebete dorthin ausgerichtet werden, in Feier- und Fastentagen wie auch bei traurigen wie freudigen Anlässen der Stadt gedacht wird. Aber jüdisches Leben ging weiter und kehrte nach Jerusalem zurück. Bis heute eint Menschen weltweit die Hoffnung auf Zion als Ort, wo „Liebe und Wahrheit sich begegnen, Gerechtigkeit und Frieden sich küssen“ (Ps 85, 11).

– Rabbinerin Dr.in Ulrike Offenberg

Eine christliche Stimme

Die Geschichte des „Israelsonntags“ ist wie ein Spiegel und zeigt, wie evangelische Christinnen und Christen jüdische Geschichte und Gegenwart wahrgenommen haben. Am 10. Sonntag nach dem Trinitatisfest – im zeitlichen Umfeld des jüdischen Gedenktags Tischa B’av – wurde seit dem Hochmittelalter in christlichen Gottesdiensten ein Abschnitt aus dem Lukasevangelium gelesen, in dem Jesus über Jerusalem weint und die Zerstörung der Stadt ankündigt (Lk 19,41–48). In der Reformation gewann dieser Tag als „Gedenktag der Zerstörung Jerusalems“ an Bedeutung. Viel zu häufig wurde Lk 19 dabei als Hinweis auf die vermeintliche ‚Verwerfung‘ des jüdischen Volkes verstanden, weil es Jesus nicht als Messias erkannt habe. Einige wenige Gemeinden feierten aber auch Klagegottesdienste und brachten eigene Not im Lichte der „Zerstörung Jerusalems“ vor Gott. Erst durch den jüdisch-christlichen Dialog wurde der Israelsonntag zu einem Tag der Freude über die bleibende Erwählung von Jüdinnen und Juden und der Entdeckung dessen, was Juden und Christen verbindet. Davon erzählt das neue Evangelium des Tages (Mk 12,28–34), das auch in der katholischen Leseordnung begegnet. So bedeutet der Tag die Chance zu einem Gedenken, das in eine gemeinsame Zukunft weist und alter wie neuer Judenfeindschaft entschieden entgegentritt.

– Alexander Deeg

 

 

 

 „#beziehungsweise –jüdisch und christlich: näher als du denkst“ 

Wir sind uns bewusst: Die Betonung der Nähe ist nur unter Wahrung der Würde der Differenz möglich. Deshalb halten wir es für unverzichtbar, die Bezugnahmen auf das Judentum in christlichen Kontexten auch kritisch zu hinterfragen, Vereinnahmungstendenzen zu erkennen und zu vermeiden. Aktuell finden wir uns dabei in einer gesellschaftlichen Situation wieder, die durch ein Erstarken von Antisemitismus und weiteren Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit geprägt ist. Übergriffe gegen jüdische Bürger*innen, Hetze und Verschwörungsmythen in den Sozialen Medien nehmen weiterhin zu.
In einer respektvollen Bezugnahme auf das Judentum, die zur positiven Auseinandersetzung mit der Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland anregt, will die Kampagne auch einen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus leisten.

Auch wir bei SREDNA möchten diese Kampagne mit verschiedenen Veranstaltungen in diesem Jahr begleiten.
Nähere Informationen mit den Terminen unserer Veranstaltungen folgen.

Neben den besonderen Veranstaltungen werden wir auf unserer Homepage monatlich die verschiedenen Stationen des christlichen und jüdischen Jahres dazu betrachten und dabei feststellen, dass unser Kirchenjahr eine enge innere Abhängigkeit vom jüdischen Jahreskreis hat.

Hier weiterführende Links:

Jüdisches Leben in Deutschland

https://www.daserste.de/information/nachrichten-wetter/ard-sondersendung/sendung/1700-jahre-festakt-zum-juedischen-leben-100.html

https://www.dw.com/de/1700-jahre-jüdisches-leben-in-deutschland/a-55991

https://www.dw.com/de/deutschland-feiert-1700-jahre-j%C3%BCdisches-leben/a-56610541

„#beziehungsweise – jüdisch und christlich: näher als du denkst“. 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Diese ökumenisch verantwortete Kampagne möchte dazu anregen, die enge Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum wahrzunehmen. Auch und gerade im Blick auf die Feste wird die Verwurzelung des Christentums im Judentum deutlich. Mit dem Stichwort „beziehungsweise“ soll der Blick auf die aktuell gelebte jüdische Praxis in ihrer vielfältigen Ausprägung gelenkt werden. Die Kampagne ist ein Beitrag zum Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland.

Eine jüdische Stimme

Schawuot wird genau fünfzig Tage nach dem Pessachfest begangen und feiert die Offenbarung der Torah am Sinai. Eigentlich ist jede Torahlesung ist eine Vergegenwärtigung dieses Ereignisses, beim „Fest der Gabe der Torah“ aber noch einmal besonders, denn es werden die Zehn Gebote vorgetragen, die eine direkte Ansprache Gottes an Israel waren. Dieser Akt wird als eine Art Hochzeit zwischen Gott und Israel verstanden, und die Torah ist der Ehevertrag, der die gegenseitige Hingabe und Verpflichtung beider Liebender darlegt. Ein Sinnbild dieser Treue ist das biblische Buch Ruth, das dem Wochenfest als besondere Lesung zugeordnet ist.

 

Schawuot ist eines der drei Wallfahrtsfeste und hat wie diese auch eine landwirtschaftliche Dimension. Es wird auch als „Fest der Erstlingsfrüchte“ bezeichnet, weil es den Beginn der Weizenernte und des Reifens der Sommerfrüchte in Feld und Garten markiert. Zum besonderen Festtagsopfer zu Tempelzeiten gehörte das Darbringen von Weizenbroten. Heute ist das Fest vor allem wegen des Tikkun, einer Lernnacht, populär, bei der man sich gemeinschaftlich bis in die frühen Morgenstunden dem Torahstudium hingibt. Wach gehalten wird man dabei durch die Vielzahl süßer und herzhafter Gerichte aus Milch und Käse, die dem Fest seinen besonderen Geschmack geben.

– Rabbinerin Dr.in Ulrike Offenberg

Eine christliche Stimme

Schawuot feiert den lebensstiftenden Geist der Zehn Gebote. An Pfingsten bewegt die Geistkraft Gottes die Mutlosen. Orientierung und Inspiration: Gestalten und mutig voranschreiten

Die Hauptfeste Israels sind ursprünglich im natürlichen Jahreszyklus des Landes verankert und markieren mit dem Dank für die Gaben der Erde die unterschiedlichen Jahreszeiten (vgl. Dtn 26,1-11). Schawuot, das sieben Wochen nach Pessach begangen wird, feiert dabei den Abschluss der Getreideernte. Alle Feste wurden jedoch im Lauf der Geschichte mit bedeutenden Ereignissen aus der Bibel theologisch hinterlegt. An Schawuot wird der Gabe der Tora am Gottesberg gedacht. Da die göttliche Weisung in ihrem Wortlaut als kanonischer Text nicht verändert werden darf, die ethischen und kultischen Gebote und Verbote jedoch der Adaption in neue Zeiten bedürfen, braucht es zur rechten Auslegung der Mose-Tora göttliche Inspiration, die Gabe des Geistes. Die Geistbegabung an alle Menschen (vgl. Joël 3 vgl. Apg 2) schafft unmittelbaren Zugang zu Gott und seiner Offenbarung und bewirkt, dass alle im Gottesvolk die gesamte Tora begreifen und befolgen können (vgl. Ez 36,26f.). Die neutestamentliche Rezeption im Pfingstereignis aktualisiert diesen universalistischen Zugang und macht die christliche Botschaft für Menschen aus allen Völkern verständlich.

– Irmtraud Fischer

 


 

 

 „#beziehungsweise –jüdisch und christlich: näher als du denkst“

 

Wir sind uns bewusst: Die Betonung der Nähe ist nur unter Wahrung der Würde der Differenz möglich. Deshalb halten wir es für unverzichtbar, die Bezugnahmen auf das Judentum in christlichen Kontexten auch kritisch zu hinterfragen, Vereinnahmungstendenzen zu erkennen und zu vermeiden. Aktuell finden wir uns dabei in einer gesellschaftlichen Situation wieder, die durch ein Erstarken von Antisemitismus und weiteren Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit geprägt ist. Übergriffe gegen jüdische Bürger*innen, Hetze und Verschwörungsmythen in den Sozialen Medien nehmen weiterhin zu.
In einer respektvollen Bezugnahme auf das Judentum, die zur positiven Auseinandersetzung mit der Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland anregt, will die Kampagne auch einen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus leisten.

Auch wir bei SREDNA möchten diese Kampagne mit verschiedenen Veranstaltungen in diesem Jahr begleiten.
Nähere Informationen mit den Terminen unserer Veranstaltungen folgen.

Neben den besonderen Veranstaltungen werden wir auf unserer Homepage monatlich die verschiedenen Stationen des christlichen und jüdischen Jahres dazu betrachten und dabei feststellen, dass unser Kirchenjahr eine enge innere Abhängigkeit vom jüdischen Jahreskreis hat.

Hier weiterführende Links:

Jüdisches Leben in Deutschland

https://www.daserste.de/information/nachrichten-wetter/ard-sondersendung/sendung/1700-jahre-festakt-zum-juedischen-leben-100.html

https://www.dw.com/de/1700-jahre-jüdisches-leben-in-deutschland/a-55991

https://www.dw.com/de/deutschland-feiert-1700-jahre-j%C3%BCdisches-leben/a-56610541

Mit den Heiligen 3 Königen auf dem Weg, Krabbelgottesdienst am 10.Januar 17:00

Herzliche Einladung an alle Familien mit Kindern im Vorschulalter zum Krabbelgottesdienst.
Wir wollen hören und erfahren wie die Könige sich auf ihren weiten Weg gemacht haben.
Der Krabbelgottesdienst findet statt am
10.Januar 2020 um 17 Uhr in der Herz -Jesu Kirche. Anschließend sind alle zur Begegnung eingeladen.
Anmeldung und nähere Information: info@fbs-trier.de oder Tel. 0651/ 74535

 

Offenes Singen am 2. Advent – 8. Dezember um 17:00

Herzliche Einladung an alle Familien und Menschen, die Freude am Singen haben, sich gemeinsam in den Advent einzustimmen, zusammen zu singen und Geschichten zu hören.

Musikalisch begleitet werden wir von der Jazz-Band des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums unter der Leitung von Stefanie Lamberti.

Im Anschluss gibt es bei Punsch, Glühwein und Gebäck die Möglichkeit der Begegnung. Wir freuen uns über eine Spende.

Anmeldung/Infos: Tel. 0651-74535 oder e-mail: info@fbs-trier.de

.lunch_mit_inhalt19

donnerstags, 13.00 – 13.45 Uhr
Gedankenaustausch zum Lunch.
Zuhören. Anregen lassen. Beten. Essen. Reden.
Kontakt: Matthias Werner

2. Mai
Matthias und Bruni Werner

9. Mai
Heiko Paluch

16. Mai
Wiebke Dankowski

23. Mai
Natalie Bauer

6. Juni
Kathrin Knieps-Vogelgesang

13. Juni
Petra Weiland