„#beziehungsweise – jüdisch und christlich: näher als du denkst“. 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Diese ökumenisch verantwortete Kampagne möchte dazu anregen, die enge Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum wahrzunehmen. Auch und gerade im Blick auf die Feste wird die Verwurzelung des Christentums im Judentum deutlich. Mit dem Stichwort „beziehungsweise“ soll der Blick auf die aktuell gelebte jüdische Praxis in ihrer vielfältigen Ausprägung gelenkt werden. Die Kampagne ist ein Beitrag zum Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland.

Eine jüdische Stimme

Schawuot wird genau fünfzig Tage nach dem Pessachfest begangen und feiert die Offenbarung der Torah am Sinai. Eigentlich ist jede Torahlesung ist eine Vergegenwärtigung dieses Ereignisses, beim „Fest der Gabe der Torah“ aber noch einmal besonders, denn es werden die Zehn Gebote vorgetragen, die eine direkte Ansprache Gottes an Israel waren. Dieser Akt wird als eine Art Hochzeit zwischen Gott und Israel verstanden, und die Torah ist der Ehevertrag, der die gegenseitige Hingabe und Verpflichtung beider Liebender darlegt. Ein Sinnbild dieser Treue ist das biblische Buch Ruth, das dem Wochenfest als besondere Lesung zugeordnet ist.

 

Schawuot ist eines der drei Wallfahrtsfeste und hat wie diese auch eine landwirtschaftliche Dimension. Es wird auch als „Fest der Erstlingsfrüchte“ bezeichnet, weil es den Beginn der Weizenernte und des Reifens der Sommerfrüchte in Feld und Garten markiert. Zum besonderen Festtagsopfer zu Tempelzeiten gehörte das Darbringen von Weizenbroten. Heute ist das Fest vor allem wegen des Tikkun, einer Lernnacht, populär, bei der man sich gemeinschaftlich bis in die frühen Morgenstunden dem Torahstudium hingibt. Wach gehalten wird man dabei durch die Vielzahl süßer und herzhafter Gerichte aus Milch und Käse, die dem Fest seinen besonderen Geschmack geben.

– Rabbinerin Dr.in Ulrike Offenberg

Eine christliche Stimme

Schawuot feiert den lebensstiftenden Geist der Zehn Gebote. An Pfingsten bewegt die Geistkraft Gottes die Mutlosen. Orientierung und Inspiration: Gestalten und mutig voranschreiten

Die Hauptfeste Israels sind ursprünglich im natürlichen Jahreszyklus des Landes verankert und markieren mit dem Dank für die Gaben der Erde die unterschiedlichen Jahreszeiten (vgl. Dtn 26,1-11). Schawuot, das sieben Wochen nach Pessach begangen wird, feiert dabei den Abschluss der Getreideernte. Alle Feste wurden jedoch im Lauf der Geschichte mit bedeutenden Ereignissen aus der Bibel theologisch hinterlegt. An Schawuot wird der Gabe der Tora am Gottesberg gedacht. Da die göttliche Weisung in ihrem Wortlaut als kanonischer Text nicht verändert werden darf, die ethischen und kultischen Gebote und Verbote jedoch der Adaption in neue Zeiten bedürfen, braucht es zur rechten Auslegung der Mose-Tora göttliche Inspiration, die Gabe des Geistes. Die Geistbegabung an alle Menschen (vgl. Joël 3 vgl. Apg 2) schafft unmittelbaren Zugang zu Gott und seiner Offenbarung und bewirkt, dass alle im Gottesvolk die gesamte Tora begreifen und befolgen können (vgl. Ez 36,26f.). Die neutestamentliche Rezeption im Pfingstereignis aktualisiert diesen universalistischen Zugang und macht die christliche Botschaft für Menschen aus allen Völkern verständlich.

– Irmtraud Fischer

 


 

 

 „#beziehungsweise –jüdisch und christlich: näher als du denkst“

 

Wir sind uns bewusst: Die Betonung der Nähe ist nur unter Wahrung der Würde der Differenz möglich. Deshalb halten wir es für unverzichtbar, die Bezugnahmen auf das Judentum in christlichen Kontexten auch kritisch zu hinterfragen, Vereinnahmungstendenzen zu erkennen und zu vermeiden. Aktuell finden wir uns dabei in einer gesellschaftlichen Situation wieder, die durch ein Erstarken von Antisemitismus und weiteren Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit geprägt ist. Übergriffe gegen jüdische Bürger*innen, Hetze und Verschwörungsmythen in den Sozialen Medien nehmen weiterhin zu.
In einer respektvollen Bezugnahme auf das Judentum, die zur positiven Auseinandersetzung mit der Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland anregt, will die Kampagne auch einen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus leisten.

Auch wir bei SREDNA möchten diese Kampagne mit verschiedenen Veranstaltungen in diesem Jahr begleiten.
Nähere Informationen mit den Terminen unserer Veranstaltungen folgen.

Neben den besonderen Veranstaltungen werden wir auf unserer Homepage monatlich die verschiedenen Stationen des christlichen und jüdischen Jahres dazu betrachten und dabei feststellen, dass unser Kirchenjahr eine enge innere Abhängigkeit vom jüdischen Jahreskreis hat.

Hier weiterführende Links:

Jüdisches Leben in Deutschland

https://www.daserste.de/information/nachrichten-wetter/ard-sondersendung/sendung/1700-jahre-festakt-zum-juedischen-leben-100.html

https://www.dw.com/de/1700-jahre-jüdisches-leben-in-deutschland/a-55991

https://www.dw.com/de/deutschland-feiert-1700-jahre-j%C3%BCdisches-leben/a-56610541

Mitmachprojekt zu Ostern: Film, Theater, Interviews, TripHop, Experiment

 

 

Wahrscheinlich können wir im Gemeindegesang kein Halleluja singen. Die Form der Osterfeier bricht auseinander. Zeit, sich mit Ostern neu auseinanderzusetzen: mit Interviews, verfremdender elektronischer Musik/Trip Hop und mit August Strindbergs Drama Ostern. Ostern ist das unangepasste Moment in Liturgie und Glaube. Zeit, dass Ostern auf unangepasste Musik trifft.

Bereit, sich auf ein Experiment einzulassen? – Dafür brauchen wir Euch! Ostern im Remix: Interviews, elektronische Musik, Strindberg, auf der Suche danach, was Ostern 2021 bedeutet!

 

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Ein neuer Anfang – Aschermittwoch 2021 am 17. Februar

Wer möchte, kann gern einen Palmzweig von 2020 verbrennen
und für die Morgenfeier bereit stellen.
Es wird Gelegenheit sein, sich die Asche selbst aufs Haupt zu streuen oder die Stirn zu bezeichnen!

8:30 Uhr MORGENFEIER
Texte und Lieder hier

Hier die Telefonnummer: 069/ 7104 9922.
Zugang: 977 3574 9228# danach: nochmal # (kein Passwort)
Oder über ZOOM: https://zoom.us/j/97735749228

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DIE ZEIT IST ERFÜLLT Mk 1, 15. Morgenfeiern im Lockdown Januar 2021. Sonntags 8:30 Uhr

Nach einer Umfrage bei den Teilnehmer*innen steht fest: Die Morgenfeiern sonntags um 8:30 sollen weitergehen – zumindest mal bis zum 31. Januar, solange, wie der Lockdown geht.
Hier die Telefonnummer: 069/ 7104 9922.
Zugang: 977 3574 9228# danach: nochmal # (kein Passwort)
Oder über ZOOM:
https://zoom.us/j/97735749228

Die Morgenfeier hat sich zu einem eigenständigen Gottesdienst entwickelt. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit einem Text aus der Heiligen Schrift, es gibt Lieder zum Zuhören und/oder Mitsingen, Gebete und Texte.
Im Advent und in der Weihnachtszeit waren es Abschnitte aus dem vielfältigen Buch Jesaja, das innerhalb von einigen Jahrhunderten und in sehr unterschiedlichen Situationen verfasst wurde.

Bis zum Beginn der Fastenzeit sind es Abschnitte aus dem Anfang des Markusevangeliums. Markus kommt in seinem Evangelium gleich zu seinem Thema: Jesus ist der Sohn Gottes, er redet und handelt in der Vollmacht und im Auftrag Gottes. Mit ihm beginnt eine neue Weltzeit. Das Reich Gottes ist nahe (Mk 1,15). Wenn das mal alles so einfach wäre…..

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LEBENSZEICHEN 70: Krippenaufbau in Coronazeiten….

Rüdiger Bisdorf aus dem Krippenteam hat uns eine Geschichte geschickt, in der dargestellt wird, welche Auswirkungen die derzeitigen AHA-Regeln auf die Krippendarstellung haben. Müssen die Hirten gehen, wenn die Könige kommen? Passt das mit den Hausständen überhaupt? Am 6. Januar gelten die Ausnahmen für Weihnachten ja nicht mehr… Fragen über Fragen.
Gut, dass das für unsere Außenkrippe unerheblich ist…. Da stimmen sogar die Abstände… mal sehen, wie es dann am 6. Januar aussieht….

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