„Brot, das die Hoffnung nährt…“ Eucharistie-Seminar online in der Fastenzeit

Video:
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Meeting-ID: 913 2373 3353
Kenncode: 349424

Donnerstag, 4. März
Erstes Treffen: Worte finden

Begrüßung  und technische Hinweise
Ihr Lieben,
herzlich willkommen heute Abend zu unserem Online-Seminar mit der Überschrift „Brot, das die Hoffnung nährt!“ Ich konnte die Anmeldezahl überhaupt nicht fassen… zu einem Online-Seminar, freiwillig – großartig! Ich platze vor Neugier, was Euch denn wohl zu diesem Seminar bewegt hat… Und natürlich auch ein bisschen Respekt vor der Aufgabe, Euch über 4 Treffen bei der Stange, also beim Brot, zu halten – und dass Ihr am Ende denkt und spürt: das hat gutgetan, wie auch immer.

Heute ist die Premiere für so ein Online-Seminar. Wir hatten schon viele Konferenzen, klar; wir hatten einen Workshop zum Thema „Fürbitten“, der im großen und ganzen gut geklappt hat – bis auf einige Abstürze – durch den ein oder anderen Fehler meinerseits. Ich hatte halt keine Geduld. Wenn das heute wieder passiert: einfach nochmal einwählen und von vorn anfangen. ZOOM ist halt auch nur ein Programm und kein Mensch….

Wir machen am Betphon gute Erfahrungen damit, dass wir parallel zu ZOOM als Video oder Telefon auch den Beitrag auf der Website nutzen. Ab und zu werde ich meinen Bildschirm freigeben, dann können wir Texte oder Lieder sehen und hören. Einiges ist schon im Beitrag, meine Texte aber noch nicht, die stelle ich dann heute Abend ein.

Ich habe mir den Abend so vorgestellt, dass ich zuerst ein paar persönliche Erlebnisse schildere – dann wird Gelegenheit sein, sich in kleinen Gruppen zu treffen. Dort werdet Ihr den einen oder die andere besser kennen lernen. Das machen wir dann im Laufe der 4 Abende des öfteren so. Die Zusammensetzung der Gruppe lassen wir ZOOM entscheiden – genauso wie in der Apostelgeschichte, als Matthias durch das Los zu den Aposteln hinzugerechnet wurde… und es ist doch noch was ganz gutes aus dem Mann geworden… ein Märtyrer. Ich werde versuchen, alle Gruppen kurz zu besuchen und zu sehen, ob alles klappt. Danach sind wir dann nochmal im Plenum zusammen. Wir beginnen und enden mit sehr unterschiedlicher Musik, und sprechen vorher ein Gebet.

Es ist übrigens gut, wenn Ihr jeweils das Mikrofon ausgeschaltet lasst – und nur einschaltet, wenn Ihr selbst etwas sagen möchtet. In der Gruppe könnt Ihr versuchen, das Mikro eingeschaltet zu lassen – wenn es zu große Nebengeräusche gibt, müsst Ihr das ändern.

Außerdem gibt es die Hand, um sich melden – oder die Chatfunktion, wenn man den anderen etwas Schriftliches mitteilen möchte. Alles Weitere werden im Laufe der Zeit gemeinsam entdecken.

Nach diesen Vorbemerkungen geht es los: Mit einem Lied, das zumindest die Älteren unter uns gut kennen – und entweder lieben oder hassen: Deinem Heiland, deinem Lehrer….

Erlebnissen nachspüren

1) „Deinem Heiland, deinem Lehrer“

Deinem Heiland, deinem Lehrer – dieses Lied verbinde ich seit frühester Kindheit mit Fronleichnam. Es wurde bei der Prozession gesungen, im festlich geschmückten Ort, zu Blasmusik und Weihrauchschwaden. Das Lied und seine Gefühle sind für mich der tiefste Inbegriff katholischer Kirchlichkeit – in einer Zeit, als die Welt noch in Ordnung war. Es war ein Kosmos, der katholische Kosmos, Heimat – generationen- und geschlechterübergreifend, alles hatte seinen Platz, jede*r hat seine/ihre Rolle. Alles war gut. Und schön. Und voller Freude. Und dieser ganze Kosmos verdichtete sich in dieser kleinen weißen, dünnen zerbrechlichen Hostie – in der Monstranz. Der Punkt, sozusagen, wo Gott sichtbar und greifbar ist: im gewandelten Brot. Oder – das ging mir aber erst später auf – in der umgekehrten Richtung: dass Gott von diesem Punkt aus sich entfaltet, hunderttausendfach – dass der ganze Kosmos sich sozusagen von diesem Ursprung her entwickelt… Das war so großartig – da konnte man nur schmettern, knien, Weihrauch schwenken, dankbar sein – und sich mit der Welt und mit Gott eins fühlen. Und danach wurde gefeiert. Katholisch im Rheinland – das war einfach klasse!

2) Gründonnerstag im Lockdown

Wie anders war der Gründonnerstag im letzten Jahr – nach ein paar Wochen harter Lockdown. Keine Gottesdienste, keine gemeinsamen Zeiten in der Kirche. Nichts.
Wir hatten bei sredna, dem Kirchenprojekt schnell improvisiert – und eine Telefonkonferenz als „Betphon“ als Telefonkirche eingerichtet. Es knackte und krachte, die Teilnehmer*innen fanden die Stummtaste nicht, man bekam jedes Gespräch aus der Küche mit, alle Nebengeräusche… und auch Flüche, wenn es mal nicht so klappte. Wir hatten gemerkt, dass Instrumentalmusik am Telefon so gut wie gar nicht zu verstehen ist… und so langsam kamen die Ostertage auf uns zu. Mussten, wollten wir wirklich in diesem eindimensionalem Medium Osern feiern? Das war eine künstliche Frage, denn wir hatten ja keine andere Wahl… Nun, Texte und Gebete hören und mitbeten, Lieder anhören und mitsingen, wenn man die Stummtaste gedrückt hatte – das ging ja alles.
Aber Gründonnerstag? Abendmahl feiern? Am Telefon? In der Einsamkeit? Wer nicht dabei war, kann es sich kaum vorstellen – was das für ein Gefühl war, nach einem Dankgebet und der Bitte um die Gegenwart Jesu das Brot zu essen, das Selbstgebackene vielleicht, jeder und jede allein – einen Schluck Wein zu trinken, in das Licht der Kerze zu schauen – oder die Augen zu schließen, vielleicht mit Tränen gefüllt… und in Gedanken eins zu sein mit denen, denen es ebenso geht, und eins zu sein mit denen, die damals dabei waren im Obergemach in Jerusalem, schräg gegenüber von der Dormitio – für diejenigen, die sich auskennen. Ich selbst habe noch nie so intensiv Gründonnerstag erlebt – und die Gegenwart Jesu im Mahl gespürt. Ich habe mich wohl noch nie ihm so nahe gefühlt… ja, unter Tränen und einer Mischung von Traurigkeit und Dankbarkeit und Hoffnung.

3) Fronleichnam 2020

An Fronleichnam im nicht mehr ganz so harten Lockdown waren wir schon ein bisschen weiter. Wie sollten wir mit Abstand, damals noch ohne Maske, aber doch sehr eingeschränkt Eucharistie feiern – und auch etwas von Freude und Fest und Feierlichkeit entstehen zu lassen. Vor allem: weil es doch das Fest des Leibes UND Blutes Christi ist: wie können wir denn schutzkonzept-konform auch den Kelch anbieten? Man muss halt ein bisschen kreativ sein – und auch mal über den Zaun schauen. Es gibt evangelische Kirchen, in denen wird Abendmahl immer mit Einzelkelchen gefeiert. Oft sind das kleine Becher oder Gläser… wir wollten den Eindruck von einem „Schnäpschen“ auf keinen Fall entstehen lassen. So deckten wir in der Mitte sehr feierlich die große Tafel, stellten schöne kleine Wein- sherrygläser auf den Tisch und brachten jeweils Brot und Wein zu den Gläubigen an den Platz. 60 Menschen haben an dem Gottesdienst teilgenommen – 40 haben auch aus den Einzelkelchen getrunken. Das war an der Grenze unserer Möglichkeiten. Aber wieder eine Erfahrung, die so außergewöhnlich war, dass einige davon sehr ergriffen waren. Insgesamt hat sich die Einstellung zur Kommunion durch die Feier unter den Bedingungen des Schutzkonzepts verändert: es geht viel würdiger zu, weil die Leute die Maske tragen und zur Kommunion abnehmen – weil die Kommunion an den Platz gebracht wird – und alle ruhig und gesammelt warten, bis sie an der Reihe sind. Und es gibt dieses neue andere Gefühl von Gemeinschaft, das nicht aus der körperlichen Nähe entsteht, sondern das Platz lässt und das im gemeinsamen Tun besteht. Da hat sich bei mir etwas sehr verändert – dieses neue Gefühl von Würde und Gemeinschaft gefällt mir und tut mir gut.

4) Die letzten 3 Sonntage in der KGG

Eucharistiefeier lebt vom Gefühl, nicht so sehr vom Nachdenken und vom Verstehenwollen und Verstehen können. Das wird mir bei den Eucharistiefeiern in der Gehörlosengemeinde sehr oft deutlich, ganz besonders im vergangenen Jahr. Dort kommt immer nur eine kleine Gruppe zusammen. Aber wir kennen uns, wissen umeinander – und feiern in diesem Rahmen die Anwesenheit Jesu in Brot und Wein. Und oft ist es der Rahmen, das Umfeld, das Setting, das die Atmosphäre und das Erlebnis prägt: in Saarbrücken war in der Jugendkirche Eli.ja der Altar verschwunden, den wir in den letzten Monaten benutzt haben. Stattdessen lag da ein großes Kreuz. Das haben wir dann in aller Einfachheit als Altar genutzt: die Gaben, eine Kerze, das Buch. Nichts weiter. Konzentration auf das Wesentliche. Das kann man mit Worten nicht herbeireden oder predigen.

In Koblenz waren es am vorletzten Sonntag ca. 17 Grad draußen – und 7 Grad in der Kirche. Dann haben wir schnell Sack und Pack zusammengesucht und sind nach draußen gegangen: eine unglaubliche Hoffnungserfahrung gegen die Corona-Depression… Es wird weitergehen, der Sommer wird kommen… am Ende, ganz am Ende wird alles gut.

Und diese Hoffnung wurde in Herz-Jesu am letzten Sonntag vom Blumenmeer auf der großen Tafel inspiriert. Durch das weiß-rote Fenster schien die Nachmittagssonne. Ich sah die Leute im Gegenlicht. Hinter den Blumen. Und Brot und Wein mittendrin. DAS ist es, was die Leute mit nach Hause genommen haben: diesen Eindruck von Schönheit, von Licht und Farben – von Hoffnung, der Anwesenheit Jesu gerade auch jetzt, wo die Nerven blank liegen. So ist Jesus für uns da. Wenn er dann von außen auch noch nach innen kommt, dann kommt bei dem ein oder anderen etwas ins Schwingen, das kann man mit Worten nicht erzeugen.

5.  Text

Als letztes Erlebnis möchte ich einen kleinen Text vorstellen.
Ich vermute mal nicht, dass jemand den kennt? Es ist ein Liedtext… (vortragen)… Er stammt nicht von einem geistlichen Schriftsteller, von einer gottgeweihten Ordensfrau, von keiner Pastoralreferentin und von keinem Priester. Es ist noch nicht mal ein religiöser Text – von seiner Entstehung her. Hören wir mal rein… Er ist in Deutsch, aber nicht in Hochdeutsch….

Ich warte still, bis du kommst.
Ich habe noch nie umsonst gewartet.
Weil du in Wahrheit gar nicht weg bist.
….
Ich bekomme noch immer feuchte Hände.
Mir ist, als würde ich gerade erst beginnen.
Es geht nicht zu Ende mit uns.
Denn du bist für mich Brot und Wein,
wie der Wind, wie das Salz.
Du bist in mir. Ich bin in dir.
Ohne Dich kein Leben!

Trude Herr,: „Ich weiß jenau, wat de meinz“. Als ich das neulich im Auto gehört habe, unterwegs ins Rheinland, da habe ich gedacht: Meine Güte, das sind doch Zitate aus dem Johannesevangelium. Das ist es doch genau, worum es in der Eucharistie geht. Das gibt es Anklänge an die große Lebensbrotrede (Joh 6, vor allem die Verse 32-35.56f) oder die Abschiedsreden (Joh 15,9-13 und  16,5-15 (Abschriedsreden).

Denn du bist für mich Brot und Wein,
wie der Wind, wie das Salz.
Du bist in mir. Ich bin in dir.
Ohne Dich kein Leben!

Ich weiß jetzt nicht, ob Trude Herr sich im Grabe umdrehen würde, wenn sie erfährt, dass sie in einem Online-Seminar zum thema „Eucharistie“ vorkommt oder ob sie begeistert lachen würde, weil ihre tiefkatholische Seele frohlockt…. Für mich ist das Lied ein religiöses Erlebnis geworden, irgendwo auf der Autobahn zwischen Trier und Koblenz… bei einem profanen Song kam etwas ins Schwingen – wieder eher im Herzen als im Kopf. Auf so was kann eigentlich nur der Heilige Geist kommen….

Ja, Ihr Lieben, jetzt habe ich ein paar von meinen Erlebnissen erzählt. Manches war vielleicht vertraut, anderes total fremd… Manches war nachvollziehbar, anders nicht nur kosmisch, sondern auch komisch…

Wie ist es Euch bisher ergangen mit der Kommunion? Der Eucharistie? Dem Abendmahl? Gibt es eine Geschichte, die Ihr mit anderen teilen möchtet? Dazu ist jetzt im Gruppengespräch Zeit. Nehmt bitte 2 Fragen mit:
1) Welche Geschichte, welches Erlebnis hat mich in meinen Gedanken zur Kommunion, Abendmahl, Eucharistie bestimmt?
2) Was möchte ich in diesem Seminar wissen, klären? Worauf möchte ich eine Antwort finden?

Erlebnisse II – in kleinen Gruppen (20 Minuten)

1) Mein tiefstes, schwierigstes, bestes Erlebnis mit der Eucharistie/der Kommunion/ dem Heiligen Brot….

2) Was ich in diesem Seminar unbedingt ansprechen/klären möchte….

3) Ergebnisse

WANDLUNG
Verstehen, wie in der Wandlung aus den Hostien und dem Wein Leib und Blut Christi wird. (mehrfach genannt).
Wie diesen Glauben an die Kinder weitergeben?
Glaubensweitergabe: nicht eine Schatzkiste mit dem Familienschatz ungeöffnet weitergeben, so dass nichts dran kommt – nur wenn das Feuer durch uns geht, können in den Kindern Feuer entzündet werden.

Erfahrung als Kommunionhelfer*in: Jemand geht mit der Hostie weg und „konsumiert“ (=isst) sie nicht. Was passiert da? Ist Jesus dann auch gegenwärtig? Gehört zur Wandlung nicht auch das Einverständnis und der Glaube des/der Empfangenden?
Als Kommunionhelfer*in: innere Aufregung, eigene Unsicherheit, ich will einen „Standpunkt“ finden.

EXISTENZ
Abendmahl – nach lutherischem Verständnis: „zur Vergebung der Sünden“. Nach katholischem Verständnis auch?

Empfang der Kommunion (in die Hand) ist für mich ein Ausdruck meines eigenen Glaubens, der Zustimmung zu dem, was gesagt wird und geschieht: „Leib Christi“.

Existentielle Dimension: Ich bin froh darüber, dass diese Aussage über Jesus gemacht wird. Ein großartiges Versprechen der Anwesenheit Jesu im Brot, das mich selbst „würdigt“. Ich bin würdig, dass Jesus zu mir kommt. Daraus entwickelt sich die „Würde des/der Anderen“: Jesus würdigt sie/ihn genauso. Eine Zusage und eine Verpflichtung.

Ich suche einen Zugang in der Tiefe meiner Person.

Auch die Bruchstücke und Risse meiner Existenz haben einen Platz. Weil es auch um Leiden und Tod Jesu geht, brauche ich die eigenen Bruchstücke nicht zu verstecken.

GEMEINSCHAFT
Eucharistie hat  gemeinschaftsstiftendes Moment.
Eucharistie – etwas Trennendes.
Ökumene: Ich gehe auch in der evgl. Kirche zum Abendmahl. Es beeindruckt mich. Andere Meinung: Mir fehlte etwas: die Mystik.
Eucharistische Gastfreundschaft: Für mich spricht alles dafür. Was spricht dagegen?

WIDERSPRÜCHLICHKEITEN/SPANNUNGEN
Der/die Einzelne – Gemeinschaft (Kiche).  ICH/DU/WIR  mit Gott – Menschen untereinander. Gott mir gegenüber – Gott in mir. Nahrung für den Leib – Nahrung für die Seele. Mahl feiern/Brot essen/ Wein trinken – einem Geheimnis begegnen in Christi Leib/Christi Blut. Im Kopf durchdenken – in der Seele/der Tiefe spüren. Erfahrung von Gebrochenheit – Verheißung.

4. Erste Namen für das Sakrament

Eucharistie (Danksagen).  Abendmahl (Jesu mit den Jüngern in der Nacht vor seinem Tod). Herrenmahl (Name für die Feier aus neutestamlentlicher Zeit). Brechen des Brotes (Kennzeichen). Messopfer (Vergegenwärtigung des „Opfers“/der Hingabe Christi.
Kommunion (Eintreten in die Gemeinschaft mit Jesus/Eintreten in den fortlebenden „Leib Christi“  (Kirche). Heiliges Brot/heiliger Wein (Unterscheidung zu den alltäglichen Gaben. Heiligen: aussondern, zu etwas Besonderem machen. Das Heil/Heilsein das ganz am Ende sein wird, erfahrbar machen.  Sakrament (Zeichen, Symbol) . Altarssakrament. Allerheiligstes (Wirkung der wirklichen Gegenwart Christi in den Eucharistischen Gaben). Hostien (vom lat. hostia: Opfer. Also: das Brot für das Messopfer).

Gebet zum Schluss

Musik zum Schluss: I am the Bread of Life

I am the bread of life.
He who comes to me shall not hunger;
he who believes in me shall not thirst.
No one can come to me
unless the Father draw him.And I will raise him up,
and I will raise him up,
and I will raise him up on the last day.The bread that I will give
is my flesh for the life of the world,
and he who eats of this bread,
he shall live for ever,
he shall live for ever.And I will raise him up,
and I will raise him up,
and I will raise him up on the last day.

Aus dem Katechismus der Katholischen Kirche:
Wie wird dieses Sakrament genannt?

1328 Der unerschöpfliche Gehalt dieses Sakramentes kommt in den verschiedenen Benennungen zum Ausdruck. Jede von ihnen weist auf gewisse Aspekte hin. Man nennt es:

Eucharistie, weil es Danksagung an Gott ist. Die Worte „eucharistein“ [Vgl. Lk 22,19; 1 Kor 11,24] und „eulogein“ Vgl. Mt 26,26; Mk 14,22 erinnern an die jüdischen Preisungen, die – vor allem beim Mahl – die Werke Gottes rühmen: die Schöpfung, die Erlösung und die Heiligung.

1329 Mahl des Herrn [Vgl. 1 Kor 11,20], denn es handelt sich um das Abendmahl, das der Herr am Abend vor seinem Leiden mit seinen Jüngern hielt. Es handelt sich aber auch um die Vorwegnahme des Hochzeitsmahles des Lammes [Vgl. Offb 19,9] im himmlischen Jerusalem.

Brechen des Brotes, denn dieser dem jüdischen Mahl eigene Ritus wurde von Jesus verwendet, wenn er als Vorsteher der Tischgemeinschaft das Brot segnete und austeilte [Vgl. Mt 14,19; 15,36; Mk 8,6.19]; er tat dies vor allem beim Letzten Abendmahl [Vgl. Mt 26,26; 1 Kor 11,24]. An dieser Handlung erkennen ihn die Jünger nach seiner Auferstehung wieder [Vgl. Lk 24,13-35]. Mit dem Ausdruck „Brechen des Brotes“ bezeichnen die ersten Christen ihre eucharistischen Versammlungen [Vgl. Apg 2,42.46; 20,7.11]. Sie wollen damit sagen, daß alle, die von dem einen gebrochenen Brot, von Christus, essen, in Gemeinschaft mit ihm treten und in ihm einen einzigen Leib bilden [Vgl. 1 Kor 10,16-17].

Eucharistische Versammlung [synaxis], denn die Eucharistie wird in der Versammlung der Gläubigen gefeiert, in der die Kirche sichtbar zum Ausdruck kommt [Vgl. 1 Kor 11,17-34.].

1330 Gedächtnis des Leidens und der Auferstehung des Herrn. Heiliges Opfer, denn es vergegenwärtigt das einzigartige Opfer Christi, des Erlösers, und schließt die Selbstdarbringung der Kirche mit ein. Oder auch heiliges Meßopfer, „Opfer des Lobes“ (Hebr 13,15) [Vgl. Ps 116,13.17], geistiges Opfer [Vgl. 1 Petr 2,5], reines [Vgl. Mal 1.11] und heiliges Opfer, denn es vollendet und überragt alle Opfer des Alten Bundes.

Heilige und göttliche Liturgie, denn die ganze Liturgie der Kirche hat in der Feier dieses Sakramentes ihren Mittelpunkt und kommt darin am deutlichsten zum Ausdruck. Im gleichen Sinn nennt man sie auch Feier der heiligen Mysterien. Man spricht auch vom heiligsten Sakrament, denn die Eucharistie ist das Sakrament der Sakramente. Unter den eucharistischen Gestalten im Tabernakel aufbewahrt, bezeichnet man den Leib Christi als das Allerheiligste.

1331 Kommunion, denn in diesem Sakrament vereinen wir uns mit Christus, der uns an seinem Leib und seinem Blut teilhaben läßt, damit wir einen einzigen Leib bilden [Vgl. 1 Kor 10,16-17].  Man nennt die Eucharistie auch die Heiligen Dinge [tà hágia; sancta] (const. ap. 8, 13, 12; Didaché 9,5; 10,6) – dies entspricht dem ersten Sinn der „Gemeinschaft der Heiligen“, von der im Apostolischen Glaubensbekenntnis die Rede ist. Andere Namen sind: Brot der Engel, Hirnmelsbrot, „Arznei der Unsterblichkeit“ (Ignatius v. Antiochien, Eph. 20,2) und Wegzehrung.

1332 Heilige Messe, denn die Liturgie, in der das Heilsmysterium vollzogen wird, schließt mit der Aussendung der Gläubigen [missio], damit diese in ihrem Alltagsieben den Willen Gottes erfüllen.

 

 

Ausschreibung

Das Bild ist am Gründonnerstag 2020 auf meinem Küchentisch aufgenommen und graphisch verfremdet. Es gibt die Stimmung des Abends wieder. Der Abend wird mir für immer im Bewusstsein bleiben. Es war der erste Gründonnerstag in mindestens 50 Jahren, an dem ich nicht den Gottesdienst vom letzten Abendmahl mitgefeiert habe – ob nun als Gemeindemitglied oder als Priester. Dennoch war dieser Abend ganz besonders – traurig, verfremdet und intensiv. Und in all dem schön, ja auch schön . Eine Gottesdienstgemeinde am Telefon, Brot und Wein für mich allein, die Geschichten und die Lieder und das Mahl in einer ganz eigentümlichen Gemeinschaft…. Und so ging es weiter – an den Ostertagen im ersten Lockdown 2020 … Ein Ostern ganz besonderer Art.

Der erste öffentliche Gottesdienst am 9. Mai war dann für mich auch die erste Eucharistiefeier nach fast 2 Monaten ohne Kommunion. Ein Osterfest. Wir mussten uns neu aneinander gewöhnen: an den Abstand, die Masken, die Hygienevorschriften. In dieser Fremdheit und Vorsicht entstand eine ganz neue Zärtlichkeit und Würde im Umgang mit einander und im Umgang mit dem Sakrament. Ebenso unvergessen das Fronleichnamsfest: die Kelchkommunion in Einzelkelchen, 40 von 60 Teilnehmenden wollten es miterleben…

Auch die erste Kommunion der Kinder, die in den Herbst verschoben werden musste, war ganz anders als gewohnt und erwartet.  Wir haben in der Pfarrei St. Matthias  in insgesamt 13 Gemeindegottesdiensten Erstkommunion gefeiert. Die meisten Beteiligten waren von der Schlichtheit, der Freude und auch der Intensität sehr angetan. Das Corona-Jahr 2020 hat vieles in Frage gestellt – aber auch neue Antworten möglich gemacht.

Nach den Texten des II. Vatikanischen Konzils und dem Katholischen Katechismus ist die Feier der Eucharistie „Quelle und Höhepunkt christlichen Lebens“ (LG 11). Natürlich bin ich realistisch. Den allermeisten „eingetragenen“ Katholikinnen und Katholiken in unserem Land geht es nicht so. Sie vermissen die Eucharistie nicht unbedingt – nicht in Coronazeiten und davor auch nicht.  Sie haben keine Sehnsucht danach. Sie haben daher auch nicht die Freude erlebt, als nach dem ersten Lockdown die gemeinschaftliche Feier wieder möglich war. 

Es gibt eine zunehmende Entfremdung und Entwöhnung. Die Gründe sind vielfältig. Selbst bei den Erstkommunionfeiern kommunizierten die Angehörigen der Kommunionkinder nicht mehr unbedingt. Sie spüren, dass das irgendwie nicht passen würde. Trotzdem schicken/bringen sie ihre Kinder. Diese Entwicklung gibt es schon seit Jahrzehnten. Aber sie wird ausgeblendet, um liebgewordene Traditionen nicht in Frage zu stellen.

… Wir werden dieses kostbare Gut verlieren, wenn wir uns dem Sakrament der Eucharistie nicht stellen, mit unseren Erfahrungen und Fragen, wenn wir seine Bedeutung für unser persönliches und gemeinschaftliches Leben nicht (wieder-)entdecken, seinen Umsturz und seine Verheißung.

Geben wir dem Sakrament der Eucharistie eine Chance!

Ralf Schmitz

In diesem Online-Seminar…
… wollen wir uns einen Reim machen – auf die eigenen Erfahrungen mit der Heiligen Eucharistie oder der Heiligen Kommunion oder dem Abendmahl – in diesen Coronazeiten, aber auch im Leben insgesamt.
… wollen wir nach der Bedeutung für das persönliche Leben suchen – auf dem Hintergrund der biblischen Tradition und der Lehre der Kirche.
… wollen wir verstehen, wie Brot und Wein Gemeinschaft stiften – mit Gott und miteinander.
… wollen wir „das Brot entdecken, das die Hoffnung nährt“.

Das Online-Seminar…
… ist für alle Interessierten offen, die ihr Verhältnis zur Eucharistie überprüfen und verändern wollen
… ist auch für die Eltern der Kinder des 3. Schuljahres gedacht, die in diesem Jahr den Weißen Sonntag mit ihren Kindern feiern  oder sie danach zur ersten Kommunion führen möchten.
… kann ein Entscheidungshilfe für Eltern sein, ob sie die Kinder nach dem Weißen Sonntag zur Vorbereitung auf die erste Kommunion anmelden wollen.
… ist Voraussetzung für alle, die in diesem Jahr nach dem Weißen Sonntag im Kinder-Kommunion-Kurs die Kinder auf dem Weg zu ihrer ersten Kommunion am 5./6. Juni begleiten möchten.
(Infos zum Weißen Sonntag und zur ersten Kommunion 2021 in der Pfarrei St. Matthias hier)

Nach den derzeitigen Vorschriften zur Coronaprävention müssen wir die Reihe als Seminar online oder per Telefon (über ZOOM) anbieten. Der Link wird nach der Anmeldung zugeschickt.
Inhalte und Methoden
entwickeln sich im Laufe des Webinars.
Die Termine stehen fest, die Inhalte können sich im Verlauf des Webinars verändern.
Wenn die Corona-Schutzbestimmungen es zulassen, werden wir das  Seminar mit physischen Treffen fortführen.

Hier die vier Termine und geplanten Themen:

Donnerstag, 4. März, 19.30 – 21.00 Uhr : „Komm in meines Herzen Schrein“
Erfahrungen mit dem Sakrament- seit der eigenen Kommunion.
Fragen, Zweifel, Antworten. Worte suchen und finden.   

Donnerstag, 11. März, 19.30 – 21.00 Uhr: „Nehmt und esst“.
Dem Geheimnis auf die Spur kommen, Elemente und Geschichten kennen lernen. Biblische Traditionen.

Donnerstag, 18. März, 19.30 – 21.00 Uhr: „Quelle und Höhepunkt christlichen Lebens“.
In Beziehung mit Gott und miteinander. Verständnisse und Missverständnisse.
Kirchliche Traditionen und zeitgenössische (An-)Fragen.

Donnerstag, 25. März, 19.30 – 21.00 Uhr: „Brot, das die Hoffnung nährt“
Erträge und neue Einsichten, neue Horizonte.
Evtl. Feier der Eucharistie in der Herz-Jesu-Kirche.

Leitung:  Marc-Bernhard Gleißner  und Ralf Schmitz

Anmeldung bis 19. Februar 2021 hier

Zur Anmeldung bitte dieses Kontaktformular ausfüllen und absenden:

Zahl der Plätze (max. 4 Personen aus dem gleichen Haushalt)

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PLZ, Ort (Pflichtfeld)

Mobil- oder Festnetztelefonnummer – nur Zahlen bitte (Pflichtfeld)

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