Premierenankündigung: Ostern (Remix) am 01. April, 2021 um 22 Uhr in der Herz Jesu Kirche, Trier-Süd

Ostern 2021: 17 Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können, haben sich seit Februar auf den Weg begeben, um sich mit der Frage auseinanderzusetzen: „Was macht Ostern im innersten Kern eigentlich aus?“ In Interviews, in Auseinandersetzung mit Trip Hop/ Elektronischer Musik und Strindbergs Jahresfestspiel Ostern entstand ein ästhetisches Experiment, das Ostern mit einem Remix vergleicht.

Der Film wird in der Alternativen Ölbergstunde am Donnerstag, den 01. April 2021, 22 Uhr in der Herz-Jesu Kirche, Trier-Süd, nach dem Gründonnerstag-Gottesdienst gezeigt.

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Von Gründonnerstag als Wachstumsschmerzen zu sprechen, Karfreitag als Symbol zu verstehen, die Widersprüche des Glaubens auszuhalten und die Osternacht als Krieg, an dem man gemeinsam den Sieg auf Golgotha erringt, zu deklamieren, wirft einen ganz neuen Blick auf die Geschehnisse um Ostern. Was macht es mit Menschen, die sich mit den Themen Verrat, Tod und Hoffnung auseinanderzusetzen, jenseits der auswendig gelernten Glaubensätze?

Der Film Ostern (Remix) befragt das Osterfest und die Auferstehung Jesu, als Grundpfeiler des christlichen Glaubens, aus unterschiedlichen Perspektiven: Atheisten, Humanisten, glaubende Christen und ein Muslim sprechen über die Kartage, die Passion und das Geheimnis des Glaubens. Das Ergebnis ist ein Film, der keine braven (katechetischen) Antworten geben will, sondern existentielle Fragen nach der Welt, in der wir leben, stellt: Auf was können wir eigentlich hoffen?

Der Film Ostern (Remix) orientiert sich am musikalischen Beispiel des Remix. – Ein Remix veränderte altbekannte Melodien, indem sie mit neuen Tonspuren angereichert, überlagert oder mit neuen Rhythmen variiert werden. Altbekannte und liebgewonnene Arrangements werden dabei genauso eliminiert, ausgetauscht wie sie mit fremden Tonspuren eine neue Liaison eingehen. Dabei bleibt das Original nur noch als Fragment erhalten und muss sich in einer Kollage neuer Musiken behaupten.

Genauso verfährt der Film in Interviews zu Glaubensaussagen, Kritik an der Institution Kirche und Fragen, die das Wesen des menschlichen Dasein betreffen: Sie werden auseinandergerissen, in fiktive Dialoge mit anderen Aussagen gestellt, mit neuen Rhythmen elektronischer Musik verwoben und mit August Strindbergs Drama Ostern reflektiert. In Ostern fragt der schwedische Nationaldichter in Abgrenzung zur Theologie der Erbsünde, ob es nicht auch ein Erb-Heil gibt, dass den Menschen von Anfang an von aller Schuld befreit sieht.

Der Film entstand im Rahmen des Projekts Kulturelle Diakonie im Trierer Süden und arbeitete mit einem 17-köpfigen heterogenen Ensemble, in dem jede und jeder als Experte des Alltags sich in Interviews, Schauspiel und der Erschließung unbekannter Musik einbrachte. Diese Vielfalt an Menschen und ästhetischen Herangehensweisen an Ostern erschuf einen Film, der Religion unter einer ästhetischen Perspektive betrachtete: Nicht der Glaubenssatz, sondern das Erwidern, das Zweifeln und die Sinnsuche in all seiner Widersprüchlichkeit entwerfen eine Suchbewegung nach Glauben und Nicht-Glauben in den (Dis-)Harmonien, der wohl wichtigsten Sehnsuchtsfragen eines jeden Menschen: Worauf darf ich hoffen?

Der Film ist ein Experiment der Initiative Kulturelle Diakonie im Trierer Süden (IKD). Leitung und Regie führte Marc-Bernhard Gleißner; Schnitt und Kamera oblagen Elisabeth Ra, Amjad Al Aswad, Mohamed Laila und Mohamed Kushari.

 

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