WÄRMEN. installation – gottesdienste – mehr. Bilder und Texte zum Sehen und Hören


Hier die Bilder und Impulse fortlaufend und aktuell zum Sehen und Hören…

Samstag,  26. November – 1. Advent

KONFRONTIEREN.

unter den dornen begraben
jeder stich trifft im inneren
noch beängstigender
der gedanke
es gibt keinen morgen
die vergangenheit lastet grabesschwer
all die niederlagen
all die enttäuschungen
all die schläge in die magengrube
all die brüche die mein herz erfuhr

der blick nach oben
verdunkelt
nur eine graue decke
von wolken und nebel
selbst gott hat diesen ort verlassen
hinter dem nebel kann man die sonne erahnen
aber sie scheint nicht für mich
nicht hier
unter den dornen begraben

und dennoch
die heiße glut
der tränen
läuft über mein gesicht
mein durchstochener leib
blutet
heiß
meine stimme ganz heiser
die kehle zerkratzt
weil heiß geschriehen

ich
werde
hier
nicht
sterben

mein gott
mein gott
warum
hast Du
mich verlassen?

doch so lange
die träne in mir brennt
das blut nicht erkaltet
bin ich schwach
aber immer noch
voller sehnsucht
nach dem heißen
lebensodem

(marc-bernhard)

Zum Nachhören:

Samstag, 19. November

BERÜHREN.

dunkler grund droht uns zu verschlingen
doch es weichen die schatten der nacht
in zartem grau und weiß löst sich der nebel
gelbe strahlen verheißen den anbrechenden tag

LICHT

strahlendes gelb
grau nur ganz sacht
erwachender tag
weichende nacht

gottes geist strömt golden von fernen welten
geschenkt – nicht verdient
erkenne dich selbst und werde licht
liebe deinen nächsten wie dich selbst

GNADE

gottes geistkraft
erhellt den sinn
erweckt das ich
sagt mir: Ich bin

lichtdurchflutete zweisamkeit
wir gegen den rest der welt
kleiner heller warmer raum
gegen das dunkle kalte draußen
reicht es meine kleine welt zu befrieden
wenn um uns das chaos tobt

BEGEGNUNG

zwei Menschen
sich beim namen nennend
einander zugewandt
sich im andern erkennend

sehnsucht nach wärme und berührung
nach halt und geborgenheit
suche bei den menschen und bei gott
mein gott, mein gott warum hast du mich verlassen
oder bist du da
da wo es am schwersten ist da trägst du mich
hoffnung und verheißung

BERÜHRUNG

sanft und zärtlich
sich berühren
hoffnungsvoll die
nähe spüren

(petra)

GLÜHEN. Samstag, 12. November

GLÜHEN.
tiefe dunkelheit
glühen wie abendhimmel – vulkanausbruch – aufbrechen des horizonts
kraftvoll glühendes rot
extreme nach oben und unten
aus dem schwarzen untergrund
kämpfe ich mich nach oben ins blau der hoffnung
blau der verheißung?
darüber hinaus: zusammenhalten und verbindung
die nägel halten oben und unten zusammen
oder
sie strecken sich und dehnen sich weiter aus

licht von oben – aus dem himmel?
verheißungsvolle verbindung
die ins licht ziehen kann und will?
zwischen lebensspendender energie
von glut und hoffnungsvollem blau in den himmel hinein
verbindung halten
gestalten und verbunden bleiben
chancen und möglichkeiten entdecken
die intensität der verbindung spüren und erfahren dürfen

das glühen und die verbindung der hellen und dunklen seiten zeigt:
gott  seine kraft das tiefe leuchten der liebe zu uns menschen:
zu dir und mir zu uns 
das zeigt uns das glühen.
energetische kraft des lebens
liebe als band und klammer die uns trägt

(elke)

Zum Nachhören:

WÄRMEN: Vernissage am 11. November


WÄRMEN.
1975
lange ist es her
da suchten wir einen sinn heraus
mit willem willms und piet janssens und miteinander

unser leben ein gedicht wer da dichtet weiß ich nicht
wie ein vogel im nest wie ein fisch im meer wie ein kind zuhaus
kürie eläison vergissmeinnicht gott mein gott vergissmeinnicht
bäche flüsse ströme fragen woher und wohin hat das fließen sinn
wandelt euch und wandelt gut euer wandel wunder tut
eisberg taut auf sintflut fließt ab
der tag bricht an aber wann aber wann
das rote meer hatte grüne welle

schneller als erwartet schon 2022
bricht der tag an
und vorher schon unbemerkt bei uns – hier und da überall

polkappen schmelzen und gletscher
flammen lodern in butscha und aleppo
welt und leben und hoffnung versinken
in den fluten des indus in pakistan und anderswo
lebensraum brennt am amazonas
so bricht der tag an der furchtbare tag

breit strömen im blau
kälte und sehnsucht
tiefe und ufer
weiß der strand und die sandbank
hier und da

abgebrochene edelsteine
wie treibgut im breiten fluss
bluttropfen leuchtend rot wie rubine
magmabrocken aus den tiefen der erde
die glühen und glänzen im licht
die schmelzen und färben
die schimmern und wärmen
die prägen und verändern
die spuren hinterlassen
die mitreißen

eisberg taut auf sintflut fließt ab
der tag bricht an – jetzt
zukunft bricht ein ein schiff fährt aus
ein mensch kommt an – jetzt
ein wort trifft zu ein volk horcht auf
botschaft schlägt an  – jetzt
ein traum ist aus – zu guter letzt
fängt alles an – jetzt

(ralf)

Zum Nachhören:

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.